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Veröffentlicht: 21.08.2014, 16:53 Uhr

Kentucky Kreationisten bauen „Arche“-Freizeitpark

Christliche Fundamentalisten errichten einen Freizeitpark nach dem Vorbild der Arche Noah. Homosexuelle, Katholiken und Protestanten dürfen sich nicht bewerben. Trotzdem gibt es Schützenhilfe vom Staat.

© picture alliance / Artcolor Amerikanische Kreationisten bauen die Arche Noah nach – und einen ganzen Freizeitpark um sie herum

Im amerikanischen Bundesstaat Kentucky soll ein Arche-Noah-Freizeitpark errichtet werden. Die Eröffnung ist zwar erst für 2016 geplant, doch schon jetzt sorgt der Park für Diskussionen. Die Idee zum „Ark Encounter“, wie der Park heißen soll, hatte Ken Ham, ein Anhänger der Kreationisten in Amerika. Betreiber des Parks ist die Answers in Genesis (AiG), deren Vorsitzender Ham ist. Die AiG ist eine christlichen-fundamentalistische Organisation.

Auf ihrer Website beschreibt die AiG den Park als „einzigartige geschichtliche Attraktion“. Immerhin planen die Kreationisten, die Arche Noah genau so nachzubauen, wie sie 2350 vor Christus von Noah geschaffen worden sein soll. Außerdem wollen sie den Turmbau zu Babel, ein altertümliches Dorf aus dem Nahen Osten und einen Streichelzoo errichten. Hier wird man schon stutzig. Immerhin glauben die Kreationisten, dass es unsere Welt erst seit rund 6000 Jahren gibt, auf Noahs Arche befanden sich allerdings auch Dinosaurier – und die gibt es seit Jahrmillionen.

18 Millionen Dollar Unterstützung

Stutzig wird man auch, wenn man die Stellenausschreibungen für die Mitarbeiter des Freizeitparks liest. Homosexuelle brauchen sich nicht für einen Job im Ark Encounter bewerben – sie werden nämlich nicht eingestellt. Alle anderen Bewerber müssen strikte Vorschriften befolgen. So müssen sie eine „Erklärung zum Glauben der Kreationisten“ und ein weiteres Formular, das besagt, dass der fundamentalistische christliche Glaube die einzige annehmbare Religion ist, unterschreiben. Hinzu kommt, dass die Bewerber alle anderen Religionen und Homosexuelle verleumden sollten. „Es ist offensichtlich, dass der Freizeitpark alle Nicht-Christen diskriminiert“, sagte Daniel Phelps, Präsident der Gesellschaft für Paläontologie. „Es ist zudem sehr unwahrscheinlich, dass Katholiken und Protestanten eingestellt werden.“ Viele konservative Christen, die allerdings keine Kreationisten sind, würden ebenfalls nicht eingestellt.

Unlängst wurde den Betreibern des Ark Encounters eine Steuererleichterung von 18 Millionen Dollar zugesagt, dafür aufkommen müssen die Einwohner von Kentucky. Den meisten von ihnen wird der Freizeitpark allerdings nicht nutzen – aufgrund ihres Glaubens dürfen sie sich dort nicht um einen Arbeitsplatz bewerben. „Der Ark Encounter könnte der Hotel- und Restaurantindustrie zugute kommen“, begründet Keith Williams, Finanzminister in Kentucky, die Entscheidung. Ob Kunden tatsächlich in den Freizeitpark kommen und so die Wirtschaft ankurbeln, wird sich nach der Eröffnung des Parks zeigen.

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