10.03.2003 · Die Serie von Meningitis-Fällen in Nordrhein-Westfalen reißt nicht ab. Wie am Montag bekannt wurde, erkrankte erneut ein Schüler im Kreis Unna an Hirnhautentzündung.
Die Serie von Meningitis-Fällen in Nordrhein-Westfalen reißt nicht ab. Wie am Montag bekannt wurde, erkrankte erneut ein Schüler im Kreis Unna an der gefährlichen Hirnhautentzündung. Der Zwölfjährige aus Lünen wird nach Angaben einer Sprecherin seit Sonntag in einer Klinik in Datteln behandelt. Er leidet an einer bakteriellen Hirnhautentzündung, allerdings wohl nicht an der lebensbedrohlichen gefährlichen Meningokokken-Meningitis. Unterdessen besserte sich der Zustand der mit Verdacht auf Meningitis im Berliner Universitätsklinikum behandelten Frau.
Bereits am Freitagabend war ein sechsjähriger Junge aus dem nordrhein-westfälischen Schwerte mit Verdacht auf Hirnhautentzündung in eine Kinderklinik eingewiesen worden. Bei beiden Patienten laufen derzeit noch Tests, um die genaue Krankheitsform zu ermitteln. Am Karnevalswochenende waren fünf 13 bis 15 Jahre alten Schüler aus Schwerte an der Meningokokken-Meningitis erkrankt. Eine 14-Jährige starb an der Krankheit, der Zustand eines 13-jährigen Mädchens ist weiter unverändert kritisch.
Mehere Erkrankungen in Nordrhein-Westfalen
In den vergangenen Wochen waren in Nordrhein-Westfalen mehrere Erkrankungen an der gefährlichen Meningokokken-Meningitis bekannt geworden. Dabei war unter anderem ein acht Monate alter Säugling in Hamm gestorben. Zwei weitere Babys erkrankten ebenfalls. Sie befinden sich nach medizinischer Behandlung jedoch inzwischen wieder auf dem Wege der Besserung. Auch aus Köln und Minden wurden Fälle der besonders im Winter auftretenden Krankheit gemeldet.
Der Referent des ärztlichen Direktors des Berliner Universitätsklinikums, Boris Arnold, sagte, die behandelte 30-jährige Frau sei „ansprechbar, sie isst und trinkt“. Es sei noch nicht klar, ob die Gehirnhautentzündung durch Viren oder Bakterien (Meningokokken) ausgelöst wurde. Die Frau habe wegen einer anderen Krankheit eine Behandlung mit Antibiotika erhalten. Dies mache es im Nachhinein eventuell sogar unmöglich, die Diagnose mit letzter Sicherheit zu stellen.
In schweren Fällen innerhalb von Stunden tot
Durch Bakterien verursachte Meningitis kann in besonders schweren Fällen innerhalb von Stunden durch Herz-Kreislauf-Versagen zum Tode führen. Erst am Freitag war in der Hauptstadt ein elfjähriger Schüler an einer solchen Gehirnhautentzündung gestorben. Die Bakterien werden durch Tröpfchen etwa beim Husten oder Niesen weitergegeben.
Die 30-Jährige sei am Samstag mit einem „ernsthaften Krankheitsbild“ eingeliefert worden, sagte Arnold. Daraufhin seien alle Kontaktpersonen, mit denen sie länger als vier Stunden zusammen war, prophylaktisch mit Medikamenten versorgt worden.