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Freitag, 17. Februar 2012
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Konsum Kinder: „Kaufberater ihrer Eltern“

07.08.2007 ·  Kinder werden ihren Eltern immer lieber und teurer. Nicht nur das Taschengeld steigt, sondern auch die Ansprüche - und diese wissen die Kleinen durchaus durchzusetzen. Laut der neuen Kids-Verbraucheranalyse sind sie die „Kaufberater ihrer Eltern“.

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Handys, Markenklamotten, Computer - Deutschlands Eltern greifen bei den Ausgaben für ihre Kinder immer tiefer in die Tasche. Ob für das Mobiltelefon, eine Designerjeans oder Multimedia im Kinderzimmer: Vater und Mutter haben auch angesichts der allgemein besseren Wirtschaftslage mehr Geld für ihren Nachwuchs parat als vor einigen Jahren. Das geht aus der Kids-Verbraucheranalyse 2007 hervor, die am Dienstag in Berlin vorstellte. Kinder ernähren sich dafür gesünder und geben von ihrem Taschengeld von durchschnittlich 22,11 Euro im Monat weniger für Süßigkeiten und Cola aus.

Mit Geldgeschenken, Sparguthaben und dem Taschengeld verfügen die Sechs- bis Dreizehnjährigen in Deutschland heute über ein Finanzpolster von insgesamt 5,76 Milliarden Euro. Allein eine Milliarde Euro werden zum Geburtstag, zu Weihnachten oder zu Ostern an Kinder als Bargeld verschenkt. Für die Analyse wurden von Mitte Februar bis Anfang April 1588 Kinder und ihre Eltern zum Medien- und Konsumverhalten befragt.

26 Euro im Monat allein fürs Handy

Allein das Handy kostet jeden Monat im Schnitt 26 Euro, was sich auf 312 Euro im Jahr addiert. Das sind 15 Euro mehr als vor zwei Jahren. Schon mehr als zwei Millionen Kinder sind heute mobil erreichbar. „Die Kinder haben so viel Geld und so viel Freiräume, wie noch nie“, fasste Ralf Bauer, Leiter der Markt- und Medienforschung beim Egmont-Ehapa-Verlag, der die Studie durchführt, ein Ergebnis zusammen.

Auch die Kleidung schlägt im Familienetat immer stärker zubuche. Mit 320 Euro haben Eltern im vergangenen Jahr fünf Euro mehr als 2005 ausgegeben. Dabei wünschen sich der Studie zufolge die Kinder vor allem Markenware. Eltern seien oft bereit, den Wünschen ihrer Kinder nachzugeben, die über den Besitz vermeintlich exklusiver Produkte ihre eigene Persönlichkeit ausdrücken wollten. Vor allem Sportschuhe, Taschen und Rucksäcke sind gefragte Statussymbole. Mädchen bezahlen allerdings ihre Kleider öfter aus eigener Tasche als Jungen.

Mineralwasser statt Cola

Kinder entscheiden sich auch immer früher für den Kauf bestimmter Produkte. So benutzen fast zwei Drittel eine eigene Zahnpasta, rund 60 Prozent ein persönliches Shampoo und knapp die Hälfte ein Duschgel für den Eigenverbrauch. „Kinder sind bei Alltagswaren Kaufberater ihrer Eltern“, sagte Bauer.

Bewusster gingen Kinder und Eltern auch mit den Themen Ernährung und Bewegung um. Noch zu Beginn des Jahrtausends gab fast die Hälfte der Kinder an, mehrmals in der Woche Bonbons, Kaugummi oder Schokolade zu naschen. Mittlerweile sind es 40 Prozent. Auch bei Getränken ziehen die Kinder immer öfter Mineralwasser oder Milch einer süßen Limo oder Cola vor.

Internet gehört zum Alltag

Zum Alltag von rund 3,3 Millionen Kindern in Deutschland zählt mittlerweile auch das Internet. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) geht regelmäßig ins Netz. Zeitschriften werden von 68 Prozent gelesen. Zwar haben Spielkonsolen und PCs auch Deutschlands Kinderzimmer längst erobert. Doch immer noch hat die deutliche Mehrzahl der Sechs- bis Neunjährigen haben noch traditionelles Spielzeug wie Puzzlespiele, Plüsch- und Stofftiere, Spielkästen und Puppen im Schrank. Gameboys (38 Prozent) sowie PC- (23) und Konsolenspiele (24) werden allerdings immer beliebter.

„Es ist unglaublich, mit welcher Selbstverständlichkeit Kinder Medien parallel nutzen“, sagte Verlagsgeschäftsleiter Ingo Höhn. „Mehr Zeitschriften, mehr Handy, mehr Games.“ Kinder hätten ihre Stellung als emanzipierte Konsumenten weiter verstärkt und könnten ihre Wünsche gegenüber den Eltern meist durchsetzen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von ddp
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