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Kometen Schmutzige Schneebälle

01.09.2004 ·  Der „Grand Old Man“ der Kometenforschung, Fred Whipple, ist im Alter von 97 Jahren gestorben. Vor allem seine Erkenntnisse über die Schweifsterne machten ihn berühmt.

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Daß sich Kometenkerne am besten als schmutzige Schneebälle beschreiben lassen - als Objekte, in denen Eis und Staub miteinander vermischt sind -, gehört zum Grundwissen der Astronomen. Auch wenn man es sich kaum noch vorstellen kann: Das war nicht immer so. Bis 1950 hatte man die Kometenkerne für lockere Ansammlungen aus Staub gehalten. Damit ließen sich am besten die Sternschnuppenschwärme erklären, die zu Recht mit den Kometen in Verbindung gebracht wurden. Doch Fred Whipple widersprach.

Denn "Wolken" aus Staub würden sich verhältnismäßig schnell auflösen, so daß Kometen nicht alle paar Jahre wiederkehren könnten, wie einige es tun. In den Jahren 1950 und 1951 stellte er in mehreren Fachartikeln - die mittlerweile zu den am meisten zitierten Beiträgen in renommierten Zeitschriften zählen - sein fundamentales Modell von den Kometenköpfen als eishaltigen Konglomeraten vor, die von den Medien rasch als schmutzige Schneebälle bezeichnet wurden. Whipple, der jetzt im Alter von 97 Jahren gestorben ist, gilt wegen der Erkenntnisse, die er über die Schweifsterne zusammentrug, seit langem als der "Grand Old Man" der Kometenforschung, obwohl man ihm damit kaum gerecht wird. Denn er hat auch viele wichtige Beiträge in anderen Disziplinen der Astronomie geleistet.

Er war der erste, der eine genaue Bahn des damals gerade erst entdeckten Planeten Pluto berechnete, und leitete von 1955 bis 1973 das renommierte Smithsonian Astrophysical Observatory. Für den am 5. November 1906 in Red Oak (Iowa) geborenen Forscher wurde 1986 ein Traum wahr, als er als Ehrengast im Satellitenkontrollzentrum der Esa in Darmstadt mitverfolgen konnte, wie die Raumsonde Giotto Nahaufnahmen vom Kern des Halleyschen Kometen zur Erde übertrug.

Quelle: G.P. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2004, Nr. 204 / Seite 34
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