Die Sicherstellung von 1,2 Tonnen Kokain im Oktober 2002 in Kassel ist nach Darstellung des hessischen Innenministeriums "rechtsstaatlich einwandfrei" abgelaufen. Innenminister Volker Bouffier (CDU) und Landespolizeipräsident Norbert Nedela haben am Dienstag in Wiesbaden einen Bericht des Hessischen Rundfunks, nach dem eines der größten Kokaingeschäfte, das je in Deutschland aufgedeckt wurde, maßgeblich von Polizeibeamten eingefädelt und gesteuert worden sei, als "eindeutig falsch" zurückgewiesen.
Nach Darstellung von Bouffier und Nedela hatte das Landeskriminalamt im Sommer 2002 erfahren, daß eine Großmenge Kokain aus Kolumbien auf den europäischen Markt gebracht werden sollte. Die Drogenhändler hätten in der Bundesrepublik Lagerkapazitäten gesucht; Kontakte zu Großabnehmern seien schon angebahnt gewesen. Mit Hilfe von V-Leuten sei ein solches Lager in Kassel bereitgestellt worden.
In Zusammenarbeit von Staatsanwaltschaft Kassel und Polizeibehörden sei es gelungen, ein international agierendes Drogenkartell zu enttarnen. Dabei seien insgesamt vier Tonnen Kokain sichergestellt worden. Die in Deutschland gefaßten Täter wurden mit Freiheitsstrafen von bis zu achteinhalb Jahren verurteilt. Bouffier nannte die Aktion einen "großen Erfolg" und äußerte sein Unverständnis darüber, daß die polizeiliche Ermittlungsarbeit nun eineinhalb Jahre später "ins Zwielicht" gerückt werde.