http://www.faz.net/-gum-91q3s

Sieg für „Körperwelten“-Macher : Präparierte Leichenteile dürfen gezeigt werden

Morbide Ausstellung: Plastinator Gunther von Hagens bei der Eröffnung des „Menschen-Museums“ in Berlin Bild: dpa

Präparierte Leichenteile dürfen ausgestellt werden. Das hat nun ein Verwaltungsgericht entschieden. Doch alles dürfen die Betreiber des „Menschen Museums“ um Gunther von Hagens nicht zeigen.

          Die Betreiber des „Menschen Museums“ im Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz dürfen ihre Ausstellung präparierter („plastinierter“) Leichenteile weiter zeigen. Das entschied das Verwaltungsgericht am Mittwoch. Nicht gezeigt werden dürfen jedoch zehn ältere Ganzkörperplastinate, weil für diese keine ausreichenden Einwilligungserklärungen vorliegen. Wo aber Einwilligungen der Spender vorlägen, die jeweils auf die gezeigten Körperteile ausgestellt seien, könne die Ausstellung nicht untersagt werden, befand das Gericht.

          Mechthild Küpper

          Politische Korrespondentin in Berlin.

          Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts steht in einer langen Kette von Rechtsstreitigkeiten; wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Sache hat es die Berufung ans Oberverwaltungsgericht zugelassen.

          Geklagt hatte der Ausstellungsbetreiber Gunther von Hagens, der seine Präparate in Berlin dreimal gezeigt hat und Anfang 2015 eine Dauerausstellung eröffnete. Das Bezirksamt Mitte untersagte die Ausstellung im Dezember 2016. Dagegen richtete sich die Klage der Betreiber, der das Gericht zum Teil stattgab. Denn das Bezirksamt, hieß es in der Begründung, habe „nicht ausreichend ermittelt, ob die Voraussetzungen für eine Untersagung sämtlicher Exponate der Ausstellung gegeben seien“.

          Für die Frage, ob Leichenteile öffentlich ausgestellt werden dürfen, sei entscheidend, ob „jedem einzelnen Exponat ein ganz bestimmter Körperspender zugeordnet“ werden könne und ob dieser seine Einwilligung erklärt habe. (Aktenzeichen VG 21 K 608.17)

          Das Plastinat „Balletttänzerin“ im Berliner Körperwelten-Museum „Menschen Museum“ in einer Vitrine
          Das Plastinat „Balletttänzerin“ im Berliner Körperwelten-Museum „Menschen Museum“ in einer Vitrine : Bild: dpa

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Seit 150 Jahren auf der Wiesn Video-Seite öffnen

          „O’zapft is“ : Seit 150 Jahren auf der Wiesn

          Vor 150 Jahren bewirtete Familie Schottenhamel schon die Gäste auf dem Münchner Oktoberfest. Es ist die älteste Institution dort und traditioneller Ort des Anstiches. Zum Jubiläum gibt es eine Festschrift und eine Ausstellung.

          Topmeldungen

          Merkel vor vierter Amtszeit : Die ewige Kanzlerin

          An diesem Sonntag wird Angela Merkel aller Voraussicht nach für ihre vierte Legislaturperiode gewählt. Und spätestens am Montag beginnt die Nachfolgedebatte und die CDU hat ein Problem.
          Stürmische Zeiten: Theresa May muss in Florenz versuchen, ihre Partei und die EU zufrieden zu stellen.

          Brexit-Rede : Theresa Mays italienischer Spagat

          Die britische Premierministerin Theresa May will in einer Rede in Florenz ihre Brexit-Politik erklären. Darin muss sie sowohl die EU als auch ihre Basis zufriedenstellen, um die Partei zu beruhigen.

          Bundestagswahl : Russland rechnet mit Merkel

          In Moskau wird über die Bundestagswahl in viel milderem Ton gesprochen, als über die Präsidentenwahlen in Amerika und Frankreich. Man will Berlin schließlich wieder als Partner gewinnen.
          Will aufrüsten: Irans Präsident Ruhani

          Streit um Atomabkommen : Iran droht Aufrüstung an

          Iran werde niemanden um Erlaubnis bitten, wenn es um seine Verteidigung gehe, sagt Präsident Rohani. Die Ankündigung wirkt wie Öl ins Feuer inmitten eines aufgeflammten Streits um das Atomabkommen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.