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Königlich Blaues Blut und Bürgertum

19.05.2004 ·  Edward VIII. von England mußte 1937 aus diesem Grund noch abdanken, inzwischen jedoch ist die Verbindung von europäischen Adeligen mit Bürgerlichen nicht mehr skandalös.

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Was vor vielen Jahren noch als skandalös galt, ist inzwischen Normalität in den Königshäusernzwischen Oslo und Madrid: die Verbindung von Adeligen und Bürgerlichen. Allerdings mußten zahlreiche Paare sich die Zustimmung ihrer Landsleute hart erkämpfen.

Ein Überblick über die Hochzeiten europäischer Prinzen und Prinzessinnen in den vergangenen sieben Jahrzehnten:

3. Juni 1937: Herzog Edward von Windsor heiratet in Frankreich die zweimal geschiedene amerikanische Bürgerin Wallis Simpson. Ein Jahr zuvor hatte er dazu als König Edward VIII. abdanken müssen.

19. April 1956: Prinz Rainier von Monaco nimmt die amerikanische Schauspielerin Grace Kelly zur Frau. Auch seine Töchter heiraten Bürgerliche. Nach einer Scheidung und dem Tod ihres zweiten Mannes ehelichte Caroline aber 1999 mit Prinz Ernst-August von Hannover endlich einen Blaublütler. Ihre jüngere Schwester Stéphanie heiratete zunächst ihren Leibwächter. Nach der Scheidung vermählte sie sich im September 2003 mit dem portugiesischen Zirkusartisten Adan Lopez Peres.

29. August 1968: König Harald von Norwegen bekennt sich als Erster in seiner Familie zu einer Bürgerlichen. Bis zur Hochzeit galt seine neunjährige Beziehung mit der Kaufmannstochter Sonja Haraldsen als die „am stärksten dementierten Romanze der Welt“.

19. Juni 1976: Carl XVI. Gustav von Schweden heiratet die in Heidelberg geborene Silvia Sommerlath, Tochter eines deutschen Industriellen.

4. Oktober 1997: Die spanische Prinzessin Cristina tritt mit dem baskischen Handballspieler Inaki Urdangarin vor den Traualtar.

19. Juni 1999: Prinz Edward, jüngster Sohn der britischen Königin Elizabeth II., heiratet die PR-Beraterin Sophie Rhys-Jones, Tochter eines Reifenhändlers. Edwards älterer Bruder Andrew nahm 1986 die Bürgerliche Sarah Ferguson zur Frau, von der er seit 1992 getrennt ist.

25. August 2001: Der norwegische Kronprinz Haakon gibt der alleinerziehenden Mutter Mette-Marit Tjessem-Höiby das Jawort: Deren Sohn Marius stammt aus einer nichtehelichen Beziehung mit einem wegen Kokainbesitzes Vorbestraften.

2. Februar 2002: Der niederländische Kronprinz Willem Alexander heiratet die Argentinierin Maxima Zorreguieta, obwohl diese wegen der politischen Vergangenheit ihres Vaters umstritten ist. Dieser war während der argentinischen Militärdiktatur unter General Videla Landwirtschaftsminister.

24. Mai 2002: Haakons ältere Schwester Märtha Louise gibt dem Schriftsteller Ari Behn das Ja-Wort. Dieser erregte unter anderem mit einem Dokumentarfilm Aufsehen, der ihn zusammen mit Kokain konsumierenden Prostituierten in Las Vegas zeigt.

24. April 2004: Der niederländische Prinz Johan Friso heiratet die Bürgerliche Mabel Wisse Smit. Vorher enthüllt die Presse eine frühere Beziehung Mabels mit einem Drogenbaron.

22. Mai 2004: Der spanische Kronprinz Felipe tritt mit der geschiedenen Fernsehjournalistin Letizia Ortiz vor den Traualtar.

9. April 2005: Obwohl Königin Elizabeth II. die Trauung mißbilligt, heiratet der britische Thronfolger Prinz Charles seine Geliebte, die geschiedene Camilla Parker Bowles. Das Paar hatte seine Beziehung trotz jeweiliger Ehen über Jahrzehnte aufrecht erhalten. Auch Charles' Ehe mit der in der Öffentlichkeit äußerst beliebten, tödlich verunglückten Prinzessin Diana war daran gescheitert. In Großbritannien wird über das späte Glück gespottet.

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