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Dienstag, 14. Februar 2012
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Knut des Tages Norwegischer Dosen-Dorsch

06.06.2007 ·  Am Oslofjord in Norwegen haben Schüler einen 14 Kilogramm schweren Dorsch gefangen - und eine interessante Erkenntnis gewonnen. Denn Dorsche scheinen genauso Feste zu feiern wie Menschen auch: Mit viel Alkohol.

Von Marco Dettweiler
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Schüler bemängeln häufig, der Unterricht sei zu trocken, zu theoretisch. Und sie haben doch Recht. Wer im Physikunterricht beigebracht bekommt, dass das Koffertragen ohne Höhenanstieg keine Arbeit ist und sich dann auf dem Schulweg mit seinem 30-Kilogramm-Ranzen nach Hause quält, lernt schnell in der Praxis, dass Physik wenig mit dem wirklichen Leben zu tun hat. Eltern und Lehrer versichern den Schülern zwar immer wieder, sie lernten fürs Leben, aber die Erwachsenen wissen selbst am besten, wie schnell das Wissen durch die Wirklichkeit widerlegt wird.

Der Unterricht zeigt dann seine beste Wirkung, wenn sich die Jugendlichen das Wissen nachhaltig aneignen und seine Relevanz außerhalb des Schulhofs überprüfen können. Norwegische Schüler haben sich da vorbildlich verhalten. Während eines Aufenthalts im Schullandheim wollten sie konkretes über die Tierwelt erfahren. Der Oslofjord kam ihnen da gerade recht. Sie packten ihre Angel aus und machten sich auf Fischjagd. Vermutlich mit dem Bestimmungsbuch im Rucksack warteten sie geduldig am tiefem Wasser, bis endlich ein Fisch zubeißt.

Auf mit dem Bauch

Und in der Tat: Die Schüler fingen einen 14 Kilogramm schweren Dorsch. Als hätten sie es geahnt, war es sogar ein außergewöhnliches Tier, denn es hatte einen dicken Bauch, so dass sie gleich damit anfingen, das Tier zu sezieren. Ein Dorsch mit Blähbauch? Sie vermuteten nämlich Krabben, kleine Fische und andere traditionelle Nahrung in dem gut gefüllten Magen. Das hatten sie sicherlich in der Schule gelernt. Dorsche ernähren sich nämlich von kleineren Fischen und Wirbellosen. Was Lehrer behaupten, muss allerdings nicht immer stimmen. Deshalb: Auf mit dem Bauch!

Was sie in dessen Magen sahen, nachdem sie ihn erfolgreich geöffnet hatten, kannten sie zwar allzu gut, aber wohl eher aus ihrer Freizeit und nicht aus dem Unterricht, schon gar nicht aus irgendwelchen Lehrbüchern. Der gefräßige Dorsch hatte nämlich eine grüne Halbliterdose mit dänischem Tuborg-Bier geschluckt. Keine Krabben, keine Fische, nur Alkohol. Ob der Dorsch betrunken war, als er den Schülern an den Haken ging, ist nicht klar. Jedenfalls kommentierte Aage Ringdal, der Lehrer der Schülertruppe, den Fund auf skandinavisch trockene Art: „In Bier marinierter Fisch ist als äußerst seltene Luxusdelikatesse einzustufen.“ Na dann: Guten Appetit! Und Prost!

Knut - es kann nicht nur einen geben! Auch andere Tiermütter haben knuddelige Babys. Ebenso verdient Menschliches abseits der großen Geschehnisse manchmal unsere Aufmerksamkeit. Nicht nur Ereignisse wie ein Besuch im Berliner Zoo können ans Herz gehen. FAZ.NET wird daher in loser Folge so lange den „Knut des Tages“ ausrufen, bis der kleine Eisbär erwachsen geworden ist. Dann - und nur dann - könnte er sogar selbst zum Knut des Tages werden.

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