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Knut des Tages Kill Bill im Wilden Westen

07.08.2007 ·  Die Zeiten des Wilden Westens sind offiziell vorbei. Doch amerikanische Medien berichten immer wieder von Schießereien, Lynchmorden und tödlichen Racheakten. Wie etwa von dem brutalen Mord an Bill. Der Kater war gerade dabei, sein Geschäft zu verrichten, als es ihn erwischte.

Von Marco Dettweiler
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Hier in Europa begegnet man Männern mit Pfeil und Bogen eher selten. Selbst Literatur- und Filmkenner werden sich nur an einen Mann im Kleidchen und Strumpfhosen erinnern, der durch die Wälder von Sherwood hüpfte, um die armen Armen zu rächen. Die Experten sind sich noch nicht einmal sicher, ob es diesen Waldläufer jemals gab. Ob real oder fiktiv: Er konnte mit dem Bogen umgehen wie ein Weltmeister. Obendrein wählte er seine Opfer nach strengen moralischen Regeln aus. Es traf immer nur die Bösen.

Drüben in Amerika war Pfeil und Bogen ein paar Jahrhunderte später sehr häufig zu sehen. Es war die Standardwaffe der Indianer. Wo auch immer ein Bleichgesicht in den Reservaten der Sioux, Shoshone, Cheyenne, Apachen oder Irokesen auftauchte, spürte es bald einen tiefen Schmerz in Po, Rücken oder Kopf. Jedenfalls erzählt es uns so Karl May. Glaubt man diesem Deutschen, der erst sehr spät in Amerika war, waren die Indianer die Bösen, die die guten Cowboys erlegten. Dank echter Experten weiß man mittlerweile, dass es auf beiden Seiten genügend Leute gab, die nicht immer Rechtes taten.

Auf nach Kalifornien

Im Wilden Westen ging es wohl genauso drunter und drüber wie in den Köpfen derer, die darüber berichten. Historisch gesichert und zugleich semantisch verwirrend ist jedoch die Tatsache, dass die Siedler mit ihren Wagen und Tieren vom Osten loszogen, um im friedlichen und fruchtbaren Westen ein neues Leben zu beginnen. Was vermeintlich wild war, war eher die Mitte Amerikas: Westlich des Mississippis saß Revolver, Winchester oder Pfeil und Bogen besonders locker. Wer etwa in Kalifornien unversehrt ankam, hatte es geschafft. Das Prä-Hippie-Leben wartete auf die Siedler.

Eine Meldung aus Amerika bestätigt nun, was viele Europäer schon länger vermuten. Amerika ist zwar auch nicht mehr das, was es war. Oder es ist eben das, was es damals schon war. Ganz so neu ist die Welt dort drüber wohl doch nicht. Im friedlichen Kalifornien kam es nämlich zu einer brutalen Bluttat, die man eher im Wilden Westen vermutet hätte.

Der drei Jahre alte Kater Bill zog den Hass eines Bleichgesichts auf sich, weil er in dessen Garten pinkelte. Ob Bill dies jeden Tag tat oder er sich zum ersten Mal über die Gartengrenze seines Besitzers wagte, ist nicht bekannt. Dem Kalifornier war es egal, er konnte es nicht ertragen, dass Bill auf seine Wiese urinierte.

„Das Tier habe schrecklich gelitten“

Das Bleichgesicht bediente sich der Waffe des roten Mannes, legte seinen Bogen an, zielte mit dem Pfeil auf den nichts ahnenden Bill und schoss. Die Metallpfeile durchdrangen den Körper des Tieres. Bill lebte noch zwei Tage. Dann starb er trotz einer Operation. „Das Tier habe schrecklich gelitten“, sagte die Staatsanwältin Katherine Flaherty. Der Kater-Killer, der sich vor Gericht verantworten muss, zeigt offenbar kein Mitleid. Der Mann habe die Tat gestanden. Er erklärte, er habe den Kater regelrecht an den Baum gepinnt. Das erzählte eine Zeugin, die die Tat beobachtet hatte.

Dass sich in Amerika die Spielarten des Wilden Westens mittlerweile - aber auch nur zum Teil - zu zivilisierten Gesetzen gewandelt haben, zeigt das Strafmaß, das dem Täter droht. Bei einer Verurteilung wegen Tierquälerei drohen dem Beschuldigten mehr als vier Jahre Haft. Gelyncht wurde er und wird er hoffentlich nicht.

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Jahrgang 1971, Redakteur in der Wirtschaft.

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