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„Kluger Kopf“ Daniel Libeskind : Hundert Stockwerke über Manhattan

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Achtzig Jahre nach dem Foto von Charles C. Ebbets: Daniel Libeskind sitzt schwindelfrei über Manhattan. Bild: F.A.Z.

Das neue Motiv der F.A.Z.-Kampagne zeigt den Architekten in einer Hommage an eine berühmte Schwarz-Weiß-Fotografie.

          Fast jeder kennt das berühmte Foto aus dem Jahr 1932: Elf Bauarbeiter sitzen in Reihe auf einem Stahlträger, die Lunchboxen auf dem Schoß und das Zentrum Manhattans sehr, sehr weit unter sich – 69 Stockwerke, um genau zu sein. „Mittagspause auf einem Wolkenkratzer“ heißt das Foto von Charles C. Ebbets.

          Ganz so schwindelerregend wie damals beim Bau des RCA-Buildings, heute General Electric Building, geht es dank moderner Bauvorschriften und -methoden zum Glück nicht mehr zu. Auch bei unserem Fotoshooting nicht: Der Architekt Daniel Libeskind saß für das Anzeigenmotiv zwar ebenfalls auf einem Stahlträger, hatte aber die sichere Besucherterrasse des One World Trade Centers im einhundertsten Stockwerk unter sich. Und vor sich natürlich die aufgeschlagene Zeitung, das Leitmotiv unserer „Kluge Köpfe“-Kampagne.

          „Ich bin ein Bewunderer des hohen intellektuellen Niveaus dieser Zeitung“, sagt Libeskind. Er liest die F.A.Z. schon seit 1989 – und zwar nicht nur in Deutschland, sondern auch im Flugzeug und natürlich in New York, die Stadt, die für den gebürtigen Polen mittlerweile zur Heimat geworden ist. Dort hat er auch das One World Trade Center gebaut, der Nachfolger des World Trade Centers. Es ist der erste Wolkenkratzer des Architekten, im November vergangenen Jahres wurde er eröffnet.

          Man beachte das Gurken-Wasser-Stilleben auf dem Titel, das motivisch auf die Lunchboxen der Arbeiter im Originalfoto verweist.

          Den Ground Zero bebauen zu dürfen, jenes Epizentrum der Anschläge vom 11. September mitten in Manhattan, ist eine besondere Auszeichnung. Er gewann den Wettbewerb, weil er das Zentrum des Komplexes nicht bebauen, sondern einen öffentlichen Raum schaffen wollte. Und das haben Medien wie Architektur womöglich gemeinsam: Am Ende geht es um einen Kommunikationsraum für Menschen und ihre Bedürfnisse, ihre Geschichte und Geschichten.

          So vergnügt und entspannt sitzt man nur, wenn man die Besucherterrasse unter sich weiß.

          Auch wenn Libeskind mit uns im Making-of-Video englisch spricht, kann der gebürtige Pole natürlich die Zeitung auf deutsch lesen – am liebsten übrigens das Feuilleton, lässt er uns wissen. Kein Wunder, denn seine Themen Architektur und Stadtplanung sind dort zu Hause. Für das Foto schlüpft der Architekt nun in die Rolle eines Bauarbeiters: Diese seien die „am wenigsten gewürdigten Helden“ der Architektur, wie Libeskind sagt, „denn sie vollbringen das Unmögliche“.

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