13.01.2002 · Überraschende neue Forschungsergebnisse: Während die Erderwärmung überall auf dem Globus für steigende Temperaturen sorgt, wird es am Südpol sogar immer kälter.
In der Antarktis wird es offenbar zunehmend kälter und ungemütlicher. Während die Durchschnittstemperaturen der Erde insgesamt ständig leicht angestiegen sind, sanken sie auf dem eisigen Südkontinent ab. Das hat Folgen für die Fauna der kältesten Region auf der Erde.
Die Anzahl der Kleintiere in einigen eisfreien Tälern der antarktischen Landmasse hat sich nach Erkenntnissen des Polarforschers Peter Doran bereits deutlich verringert. Der Wissenschaftler von der Universität Chicago stellte seine auch für die Fachwelt eher überraschenden Untersuchungsergebnisse jetzt in einem Beitrag für die Online-Ausgabe der britischen Fachzeitschrift „Nature“ vor. Die größte Gruppe unter den untersuchten Tieren sind Fadenwürmer, die im Boden leben.
Kältere Sommer und Herbstzeiten
Während sich die Erde insgesamt um 0,19 Grad pro Zehnjahresperiode zwischen 1979 und 1998 erwärmt habe, zeige seine Analyse aus der Antarktis, dass es dort kälter wird, schreibt der Geologe. Zwischen 1986 und dem Jahr 2000 habe sich die Oberfläche der trockenen Täler im McMurdo-Gebiet pro Dekade um 0,7 Grad Celsius abgekühlt. Dies beruhe vor allem auf kälteren Sommern und Herbstzeiten, in denen die Windgeschwindigkeit zugleich gestiegen war.
Diese Abkühlung hatte bereits deutliche und schnelle Auswirkungen auf das ohnehin karge Ökosystem des eisigen Gebiets. Die biologische Produktivität der im Sommer eisfreien Seen in den Tälern sank drastisch. Die Zahl der Bärtierchen und Fadenwürmer im Boden verringerte sich von 1993 bis 1998 pro Jahr im Schnitt sogar um mehr als ein Zehntel des Ausgangswertes.
Neue Daten für Klimamodelle
Die neuen Daten zeigten erstmals die dramatischen Auswirkungen der Abkühlung auf das Ökosystem der antarktischen Trockentäler, schreibt Doran. Nun müssten die Abkühlung des Südkontinents und vor allem die saisonalen Unterschiede in den
Temperaturtrends stärker in die bisherigen Klimamodelle integriert werden.