03.11.2004 · Seite an Seite gegen globale Erwärmung und Emission: Die Klimakonferenz, die Königin Elizabeth II. eröffnet hat, trägt schon jetzt den Charakter einer engen Zusammenarbeit.
Die engere Zusammenarbeit von Deutschland und Großbritannien war das Ziel der Klimakonferenz, die Königin Elizabeth II am Mittwoch in der britischen Botschaft eröffnet hat. Eingeladen waren Wissenschaftler und Politiker, um über Probleme in der Umweltpolitik zu diskutieren.
Die Konferenz will Empfehlungen an den britischen Premier Tony Blair ausarbeiten. Großbritannien hat 2005 den Vorsitz in der Gruppe der führenden Industriestaaten (G8). Blair möchte die Themen Afrika und Klimaschutz zu seinen Schwerpunkten machen.
Investitionen in neue Technologien
Es gehe jetzt darum, Ziele und Zeitrahmen für den Klimaschutz über das Kyoto-Protokoll hinaus festzulegen, berichtete der oberste wissenschaftliche Berater der britischen Regierung, Sir David King. Auch müßten entscheidende Innovationsschritte folgen, die die globale Erwärmung mindern. Zudem sei es wichtig, Anreize zu geben, die Investionen in neue Technologien fördert.
Klaus Töpfer, Leiter des UN-Umweltprogramms und Vorsitzender der Konferenz, forderte Amerika vor den 180 Teilnehmern der Konferenz auf, mehr für den Klimaschutz zu tun. Er sagte, die britische Königin habe schon oft gezeigt, daß sie sich für die Umwelt verantwortlich fühle. Klimaschutz sei eine ökonomische Chance und keine Belastung. Wer nicht mitmache, müsse später dafür bezahlen. Sein Dank galt Deutschland und Großbritannien, daß sie den Klimaschutz wieder auf die internationale Agenda gesetzt haben.
Als Vorreiter beim Klimaschutz sieht Bundesumweltminister Jürgen Trittin die beiden Länder. Ohne ihr Engagement wäre die Klimabilanz der EU negativ ausgefallen, sagte er. Der Besuch der Queen unterstreiche die Wichtigkeit des Themas.
Europäische Motoren beim Kyoto-Protokoll
Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn kündigte an, Deutschland und Großbritannien wollten ihre Zusammenarbeit in der Klimaforschung ausbauen. Beide Länder gehörten zu den europäischen Motoren, wenn es darum geht, die EU-Verpflichtungen im Kyoto-Protokoll einzuhalten. „2002 lagen in Großbritannien die Werte um 15 Prozent unter dem Niveau von 1990, in Deutschland sogar um 19 Prozent. Trotz dieser Erfolge dürfen wir uns nicht mit dem Erreichten zufrieden geben.“
Die Politikerin sagte, zu den wichtigen Themen der Zukunft gehöre auch eine verbesserte Anpassung an gegenwärtige Klimatrends und extreme Wetterereignisse. „Hier müssen wir durch eine praxisorientierte Umsetzung von Ergebnissen aus Forschung und Entwicklung stärker als bisher Zukunftsvorsorge treffen und neue wirtschaftliche Chancen erschließen“, sagte Bulmahn.
Dazu diene auch das neue Klimaforschungsprogramm in Deutschland, das mit 30 Millionen Euro gefördert werde. Die britische Umweltministerin Margaret Beckett erklärte, ihre Regierung halte es für einen Erfolg versprechenden Kurs, den Flugverkehr nach 2008 mit in das EU-Emissionshandelssystem einzubeziehen.