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Klimaanlagen Störanfällige Komponente der ICE-Züge

12.07.2010 ·  Die Produktionszahlen sind gering, die Tests für Klimaanlagen in fertiggestellten Zügen vergleichsweise teuer. Die Anlage steht still, sobald eine Komponente kaputt geht. Dafür kann zum Beispiel eine Überlastung des Geräts durch Schmutzpartikel verantwortlich sein.

Von Georg Küffner
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Klimaanlagen in unseren Autos sind längst kein Luxus mehr, sondern werden vom Gros der Hersteller standardmäßig eingebaut. Während Autos aber in großen Stückzahlen gefertigt werden, laufen etwa von den über Jahre entwickelten und immer komplexer werden Hochgeschwindigkeitszügen nur geringe Stückzahlen vom Band. So besitzt die Deutsche Bahn von dem von Siemens und Bombardier entwickelten ICE 3 gerade 67. Weitere Modelle wurden unter anderem nach Spanien und Russland geliefert.

Die kleinen Stückzahlen machen Tests vergleichsweise teuer, so dass es sich die Hersteller genau überlegen, ob sie fertiggestellte Züge etwa in der „Klimakammer Wien“ einer Belastungsprobe unterziehen. In dem 100 Meter langen Testkanal sind Temperaturen von minus 50 Grad bis plus 60 Grad Celsius möglich. An den Klimatests und auch anderen Langzeitversuchen werde gespart, sagen die Kritiker der Bahn, so dass sich Störungen am „rollenden Material“ häuften. Nicht genannt werden will ein Bahn-Manager mit seiner Einschätzung, dass sein Unternehmen als Folge immer ambitionierter Entwicklungszeiten die berühmten grünen Bananen bekomme, die beim Kunden reifen müssen.

Geht eine der Komponenten kaputt, steht die Anlage still

Zu den störanfälligen Komponenten gehören die Klimaanlagen. Bei den am Wochenende betroffenen Zügen handelte es sich um ICE-2-Züge, bei denen die Geräte zu einem wesentlichen Teil unterhalb der Fahrzeuge angebracht sind. Auf ihre Funktionsweise hat das keinen Einfluss und sie unterscheiden sich grundsätzlich auch nicht von anderen Geräten: Wie bei jedem Kühlschrank wird Kältemittel im Kreis geführt, das, nachdem es den Verdampfer (dampfförmig) verlassen hat, vom Kompressor angesaugt wird. Das Kältemittel wird verdichtet (der Druck steigt an), es erhitzt sich stark.

Die nächste Station ist der Verflüssiger (Kondensator), wo der heiße Kältemitteldampf mit der aus der Umgebung angesaugten Warmluft so weit abgekühlt wird, dass das Ganze kondensiert. Dabei wird Wärme frei. Sie entlässt man in die Umgebung. Vom Verflüssiger strömt das Kältemittel zum Verdampfer, wo die eigentliche Kälteerzeugung stattfindet: Das durch ein thermostatisch geregeltes Expansionsventil „druckentlastete“ Kältemittel verdampft und entzieht dabei der vorbeistreichenden Raumluft die Wärme.

Geht eine dieser Komponenten kaputt, steht die Anlage still. Doch kann dafür auch eine Überlastung des Geräts verantwortlich sein. Als Ursache sind Schmutzpartikel (zum Beispiel Blätter) denkbar, die nicht mehr ausreichende Luftmengen an den Verflüssiger (Kompressor) lassen. Der Druck im System steigt stark an, ein Sicherheitsschalter stoppt daraufhin die Anlage. Bei den ICE-2-Zügen startet die Anlage nach einem solchen „Überlast“-Stop nach 20 Minuten selbständig. Bleiben drei Versuche erfolglos, kann das Gerät nur von Fachpersonal gestartet werden. Eine andere Ursache für einen Ausfall könnten „verstopfte“ Filter am Verdampfer sein, die den Schmutz aus der Innenraumluft holen – und für einen störungsfreien Betrieb regelmäßig getauscht werden müssen.

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Jahrgang 1947, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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