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Klima Wälder schlucken weniger Kohlendioxyd als gedacht

11.04.2002 ·  Bäume binden zwar Kohlendioxyd. Aber nicht genug, um die bis 2050 prognostizierten Mengen aufnehmen zu können.

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Die Wälder der Erde dämmen den Klimawandel nicht so effektiv wie erhofft: Einer neuen Untersuchung von amerikanischen Forschern zufolge schlucken sie weniger Kohlendioxyd als bislang angenommen. Damit werden Vorhaben wie das der USA, neue Wälder zu pflanzen, um weiter Kohlendioxyd produzieren zu können, in Frage gestellt, berichtet William Schlesinger von der Duke University in North Carolina.

Prognosen gehen bis zum Jahr 2050 davon aus, dass sich die Kohlendioxyd-Emissionen durch Autoabgase und Industrie verdoppeln. Manche Experten und Politiker setzen darauf, dass Wälder diesem Problem begegnen können, da Pflanzen das Gas verbrauchen. Der vierjährige Versuch von Schlesingers Team zeigt jedoch, dass das nicht ausreicht.

Die Luft von 2050

Als Untersuchungsobjekte dienten sechs in einem Wald gelegenen Baumfelder von je 30 Metern Durchmesser. Drei davon wurden mit Luft aus 32 rundum angebrachten Düsen versorgt, die den durchschnittlichen heutigen Kohlendioxid-Anteil enthielt. Drei andere dagegen mit Luft, deren Kohlendioxyd-Gehalt den Erwartungen für das Jahr 2050 entsprach. Letztere nahmen 27 Prozent mehr Kohlendioxid auf als die Vergleichsgruppe. Insgesamt wären das aber hochgerechnet auf alle Wälder und das Jahr 2050 nur insgesamt zehn Prozent des erwarteten Gasgehalts. Optimistischere Ergebnisse früherer Studien beruhen nach Ansicht der Forscher darauf, dass diese in Treibhäusern durchgeführt wurden.

Auch der Amazonas ist jüngsten Forschungen zufolge eine Kohlendioxyd-Quelle. Aus den Flüssen und Überschwemmungsgebieten des Amazonasbeckens gelangen große Mengen des Treibhausgases in die Atmosphäre, schreibt ein amerikanisch-brasilianisches Forscherteam in der jüngsten Ausgabe von „Nature“. Ein erheblicher Teil des Gases wurde demnach zunächst von den Pflanzen an Land gebunden und gelangte dann mit den Pflanzenresten ins Wasser, von wo aus es wieder freigesetzt wurde.

Ist der Regenwald eine Quelle oder eine Senke?

Dies könnte bislang widersprüchliche Ergebnisse erklären: Direktmessungen am Regenwald hatten gezeigt, dass diese mehr Kohlendioxyd aufnehmen als freisetzen. Globale Messungen in der Atmosphäre hatten aber ergeben, dass die Bilanz im Amazonasgebiet insgesamt ausgeglichen ist, oder sogar mehr Kohlendioxyd freigesetzt als aufgenommen wird.

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