11.01.2002 · Wie gut Klimamodelle sind, beruht darauf, wie genau die Ausgangsdaten sind. Und die gibt es aus den Weiten Sibiriens kaum. Das soll sich jetzt ändern.
Nicht nur die Wettervorhersage für morgen beruht auf guten Ausgangsdaten. Auch langfristige Klimamodelle benötigen möglichst genaue meteorologische Werte, damit die Vorhersagen möglichst genau werden. Das Projekt "Siberia II" der Europäischen Union soll die Weiten Sibiriens geografisch und meteorologisch ausmessen.
Zwei Millionen Quadratkilometer - sechs Mal das Gebiet der Bundesrepublik - wollen 14 Forschungsinstitute genau betrachten. Dazu nutzen sie nicht nur Bodenstationen sondern werfen auch von russichen, europäischen, amerikanischen und japanischen Satelliten aus Blicke auf Sibirien. 43 Millionen Euro lässt sich die EU das Projekt kosten. Die deutsche Geoinformatikerin Christiane Schmullius von der Universiät Jena soll die Arbeit leiten.
Karten von Nutzung und Pflanzenwuchs
Zunächst sollen die Wissenschaftler genaue Karten erstellen, in denen Landnutzung und Pflanzenwuchs verzeichnet ist. Gerade Satelliten sind bei der Arbeit, die riesigen Wälder und Sümpfe Sibiriens zu vermessen, von Vorteil. In einem zweiten Schritt sollen alle zehn Tage die jahreszeitlichen Veränderungen aufgenommen werden. Die Daten sollen Meteorologen die genauen Abläufe schon bekannter Prozesse zeigen.
Dass im Winter die Pflanzen keine organischen Stoffe mehr aufbauen und keinen Kohlenstoff aus der Luft mehr verwenden - Kohlendioxyd abbauen - geht ebenso wie das Faktum, dass der Schnee das Sonnenlicht reflektiert, in Klimamodelle ein. Wie sich dieser Prozess allerdings genau in der sibirischen Fauna auswirkt und wie hoch die jeweiligen Effekte zu veranschlagen sind, wollen die Forscher in den dreieinhalb Jahren von "Siberia II" messen. Die aus dem Projekt gesammelten Erkenntnisse sollen später auch auf andere Erdteile angewandt werden.