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Kernenergie Schwedischer Atomreaktor nach Brand abgeschaltet

14.11.2006 ·  In Schweden hat sich ein weiterer Zwischenfall in einem Atomkraftwerk ereignet: Nach einem Brand in einem Transformatorengebäude wurde ein Reaktor des Atomkraftwerks Ringhals abgeschaltet. Die Ursache ist noch unklar.

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Ein nächtlicher Brand im schwedischen Atomkraftwerk Ringhals hat in der Nacht zum Dienstag zur Sofortabschaltung des Reaktors 3 geführt. Dreieinhalb Monate nach dem als ernst eingestuften Störfall im AKW Forsmark versicherten der Kraftwerksbetreiber und die staatliche Atomkraftaufsicht (SKI) in Stockholm, daß das Feuer in einem Transformatorengebäude keine Sicherheitsprobleme für den 200 Meter entfernten Reaktor ausgelöst habe.

„Dies war absolut kein Störfall mit Blick auf die Reaktorsicherheit“, sagte die zuständige SKI-Sprecherin Maria Svensson. Alle Sicherheitssysteme hätten einwandfrei funktioniert und den Reaktor wie vorgeschrieben nach Ausbruch des Feuers automatisch abgeschaltet.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte am Dienstag als Reaktion auf den Unfall in Ringhals die Bundesregierung in Berlin dazu auf, den alten Atomkraftwerken in der Bundesrepublik sofort die Betriebserlaubnis zu entziehen und alle weiteren Atomkraftwerke so schnell wie technisch möglich abzuschalten.

Kurz nach Mitternacht ausgebrochen

Der Brand in Ringhals war kurz nach Mitternacht ausgebrochen, nachdem eine Explosion an einem der beiden Haupttransformatoren für den 1981 in Betrieb genommenen Druckwasserreaktor 3 weithin zu hören war. Die vier Reaktoren des Kraftwerkes Ringhals an der schwedischen Kattegat-Küste sechzig Kilometer südlich von Göteborg decken knapp 20 Prozent des schwedischen Strombedarfs. In schwedischen Presseberichten hieß es, daß aus dem Atomkraftwerk eine riesige Rauchwolke aufgestiegen sei.

Nach Angaben von Kraftwerkssprecher Torsten Bohl konnte der eigentliche Brand innerhalb von zwei Stunden gelöscht werden. „Die Ursachen liegen weiter völlig im Dunkeln“, sagte Bohl. Es werde mindestens zwei Wochen dauern, ehe der Reaktor wieder Strom produzieren kann. Menschen kamen laut den Angaben nicht zu Schaden. Das Kraftwerk Ringhals wird von den Energiekonzernen Vattenfall und Eon betrieben.

Ende Juli waren nach einem Reaktorstörfall in dem etwa 100 Kilometer nördlich von Stockholm gelegenen Vattenfall-Atomkraftwerk Forsmark aus Sicherheitsgründen vier der zehn Strom produzierenden schwedischen Kernreaktoren für bis zu drei Monate abgeschaltet worden. Die Bevölkerung des skandinavischen Landes hatte sich 1980 per Volksabstimmung für den Ausstieg aus der Atomkraft ausgesprochen. Im September 2006 befürworteten allerdings 53 Prozent der Schweden in einer Meinungsumfrage weiterhin die Nutzung der Kernenergie. Von
den insgesamt 12 in Schweden für die kommerzielle Nutzung gebauten Atomreaktoren sind bisher lediglich die beiden des Atomkraftwerkes Barsebäck bei Malmö stillgelegt worden.

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