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Demonstration in Kenia : Polizei setzt Tränengas gegen Grundschüler ein

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Wollen ihren Spielplatz zurück: kenianische Schulkinder Bild: dpa

Etwa hundert Kinder demonstrieren in Kenia dagegen, dass der Spielplatz ihrer Schule wegen eines Bauprojekts geschlossen wurde. Die Polizei löst die Proteste mit Tränengas auf.

          Mit Tränengas ist die Polizei in Kenia gegen Grundschüler vorgegangen, die gegen die Beschlagnahme ihres Schulspielplatzes für ein Bauprojekt demonstriert haben. Etwa hundert Kinder im Alter von acht bis 13 Jahren überwanden am Montag eine während der Schulferien neu erbaute Mauer zwischen dem Schulgelände und ihrem bisherigen Spielplatz in der Hauptstadt Nairobi. Mit Plakaten und zum Teil mit Holzstöcken bewaffnet protestierten sie gegen die „schamlosen Raffkes“, die ihnen das Gelände weggenommen hätten. Rund 40 behelmte Polizisten mit Schlagstöcken trieben die Kinder mit Tränengas auseinander.

          Dutzende schreiende und entsetzte Kinder gerieten in die Gaswolken und suchten Schutz auf einer nahegelegenen Fußgängerbrücke. Mindestens fünf Schüler mussten ärztlich behandelt werden. Der Polizeibeamte Mwangi Kuria rechtfertigte den Einsatz gegenüber der Zeitung „Daily Nation“. Die Polizei sei eingeschritten, um das Gelände „zu sichern“. „Dies ist umstrittenes Land, aber die Demonstranten sollten keine Kinder für den Kampf missbrauchen“, sagte Kuria.

          Im Internet hagelte es Kritik. „Schande über unsere Regierung, die Kinder mit Tränengas angreift, um die Korrupten zu beschützen“, schrieb die Politikerin Martha Karua im Kurzbotschaftendienst Twitter. Nairobi ist Sitz zahlreicher Unternehmen, die Drei-Millionen-Einwohner-Stadt wächst rasant. Bauland ist begehrt und häufig Gegenstand von Korruption.

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