29.11.2004 · Für die 141 Bergleute, die seit Sonntag in einer chinesischen Kohlegrube verschüttet sind, gibt es kaum noch eine Chance, gerettet zu werden. Noch immer behindert giftiges Kohlenmonoxid die Bergungsarbeiten.
Giftiges Kohlenmonoxid hat am Montag die Arbeiten zur Rettung von 141 chinesischen Bergleuten behindert, die nach einer Grubenexplosion verschüttet sind. Wie ein Behördensprecher mitteilte, seien die Chancen, daß nach der Explosion vom Sonntag noch Überlebende gerettet werden könnten, „ausgesprochen niedrig“.
Mindestens 25 Personen wurden offiziell für tot erklärt. 127 weitere Bergleute konnten sich bei der Explosion ins Freie retten. Die meisten von ihnen waren in der Nähe des Eingangs zur staatlichen Mine Chenjiashan in der zentralchinesischen Provinz Shaanxi im Einsatz.
Staatschef Hu Jintao hatte die Rettungskräfte in einer Fernsehansprache aufgerufen, alles zu tun, um die verschütteten Arbeiter zu retten. Ministerpräsident Wen Jiabao kündigte eine umfangreiche Untersuchung an und erklärte, die Regierung werde in ihren Bemühungen um sicherere Arbeitsbedingungen in den Minen nicht nachlassen.
Rund 8.000 Kumpel sterben jedes Jahr
Die veralteten und unzureichend gesicherten Bergwerke in der Volksrepublik China gelten als die gefährlichsten der Welt. Die Volksrepublik produziert zwar 35 Prozent der Kohle weltweit, hat aber 80 Prozent der Toten im Kohlebergbau zu verzeichnen, geht aus Statistiken des Arbeitsschutzamtes in Peking hervor. Rund 8.000 Kumpel sterben jedes Jahr in Chinas Gruben.
Wegen des rasant gestiegenen Kohlebedarfs im eigenen Land holen die Betreiber das Letzte aus der Förderung heraus, ohne aber in zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen zu investieren. Amtlichen Angaben zufolge sterben jährlich durchschnittlich mehr als 7.000 Bergleute bei Unglücken; nach Berechnungen der in Hongkong ansässigen Menschen- und Arbeitsrechtorganisation China Labour Bulletin liegt die Zahl in Wirklichkeit sogar bei 20.000 Toten im Jahr.