03.07.2009 · Frankreich hat der jemenitischen Fluggesellschaft Yemenia mit der Aufnahme in die Schwarze Liste der EU über unsichere Airlines gedroht. Die umstrittene Gesellschaft selbst hat a Protesten Flüge von Marseille auf die Komoren „für unbestimmte Zeit“ ausgesetzt.
Frankreich hat der jemenitischen Fluggesellschaft Yemenia mit einem Flugverbot gedroht. Es seien „sehr große Anstrengungen“ notwendig, damit die Airline nicht auf der Schwarzen Liste der Europäischen Union lande, sagte Verkehrsstaatssekretär Dominique Bussereau am Freitag dem Sender RTL. Ein Airbus von Yemenia war am Dienstag vor den Komoren mit 153 Menschen an Bord in den Indischen Ozean gestürzt. Einzige Überlebende war ein zwölf Jahre altes Mädchen aus Frankreich.
Nach Darstellung der komorischen Gemeinde in Frankreich setzt Yemenia seit Jahren technisch mangelhafte Maschinen für Flüge auf die Komoren ein. Am Freitag versuchten rund 50 Demonstranten, den Abflug einer Yemenia-Maschine von Paris nach Sanaa zu verhindern. Die Maschine sollte schließlich mit mehrstündiger Verspätung und nur 72 statt 180 gebuchten Passagieren abheben, sagte ein Flughafensprecher. Die Demonstranten forderten von der Regierung, Verbindungen mit Air-France-Maschinen für Flüge in ihre alte Heimat einzurichten.
Flüge nach Protesten gestrichen
Am Donnerstag hatte Yemenia nach Protesten bereits seine Flüge von und nach Marseille für unbestimmte Zeit gestrichen. In der französischen Hafenstadt lebt die größte komorische Gemeinde Frankreichs, von dort stammt auch ein Großteil der Opfer des Absturzes.
Den Absturz eines alten Airbus mit 153 Menschen an Bord über dem Indischen Ozean hat eine knapp 14-Jährige wie durch ein Wunder überlebt. Doch in die Freude über die Rettung der jungen Bahia mischt sich zunehmend Wut über die katastrophalen Sicherheitsbedingungen bei Flügen zu den Komoren.
Derweil geht die Suche nach möglichen Überlebenden und Hinweisen zur Aufklärung der Unglücksursache weiter. Bei einer Trauerfeier am Donnerstagabend in der Großen Moschee von Paris gedachten rund 250 Angehörige der Absturzopfer. An der ökumenischen Zeremonie in der Großen Moschee nahm auch der französische Präsident Nicolas Sarkozy statt. Der Inselstaat Komoren ordnete am Freitag eine 30-tägige Trauer an.