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Montag, 13. Februar 2012
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Kongo Hunderte Tote bei Schiffsunglücken befürchtet

06.09.2010 ·  Nach mehreren Schiffsunglücken im Kongo ist die Zahl der Todesopfer noch unklar. Hunderte Tote werden befürchtet. In dem westafrikanischen Land kommt es immer wieder zu Unfällen mit maroden und veralteten Fähren.

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Bei Schiffsunglücken im zentralafrikanischen Kongo sind vermutlich Hunderte Menschen ums Leben gekommen. Nach Medienberichten vom Montag kenterte eine Fähre Samstagnacht auf dem Fluss Kasai in der Provinz West-Kasai, nachdem an Bord Feuer ausgebrochen war. Es wurde befürchtet, dass die meisten Reisenden umgekommen sind. Nach ersten Medienberichten waren bis zu 200 Menschen an Bord. Offizielle Angaben gab es dazu aber nicht. Zuvor hatte es bei einem Bootsunglück in der Äquator-Provinz mindestens 15 Tote gegeben.

Das Boot in West-Kasai, auf dem Treibstofffässer gestapelt waren, sollte keine Passagiere transportieren, sagte Informationsminister Lambert Mende Omalanga dem britischen Sender BBC. Es sei unklar, wie viele Reisende auf dem Schiff unterwegs waren. „Es sieht danach aus, dass mindestens 24 Menschen an Bord waren, weil sie gerettet wurden. Aber andere dürften gestorben sein. Wir haben keinen Bericht, weil dieses Boot keine Passagiere befördern sollte“, sagte Mende.

Unabhängig davon war in der Nacht zum Samstag ein Konvoi unbeleuchteter Kleinschiffe auf dem Fluss Ruki in der Äquator- Provinz gesunken, nachdem er offensichtlich aufgelaufen war, wie der Sender Radio Okapi berichtete. 15 Tote seien bestätigt, sagte eine Sprecherin der Provinzregierung. Es werde aber vermutet, dass mehr als 70 Menschen gestorben seien. Bislang gebe es 15 Überlebende. Bis zu 100 Menschen waren laut Minister Mende an Bord. Es wurde eine Untersuchung eingeleitet, warum der Konvoi ohne Licht unterwegs gewesen war.

Explosion beim Tanken

Der Eigentümer sagte, ein Überlebender und ein Mitarbeiter hätten ihm erzählt, dass Besatzungsmitglieder Treibstoff in den Tank füllen wollten. Dann habe es eine Explosion gegeben. Zwei Besatzungsmitglieder wurden festgenommen. Augenzeugen erhoben unterdessen schwere Vorwürfe gegen die Fischer, die am Ort des Unglücks waren. Sie hätten die Hilferufe der Passagiere ignoriert und stattdessen die auf dem Fluss verteilte Ladung geplündert, sagte die Überlebende Romaine Mishondo. Sie erzählte außerdem, das Boot sei so überfüllt gewesen, dass es sie „an einen Markt voller Menschen“ erinnert habe. Offizielle Angaben zur Zahl der Passagiere lagen nicht vor.

Erst im vergangenen Juli waren bei einem Schiffsunglück auf dem Kasai, einem Nebenfluss des Kongo, mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Das riesige Land hat außerhalb der Großstädte ein kaum entwickeltes Straßennetz. Angesichts der großen Entfernungen sind die Flüsse wichtige Verkehrswege. Passagierschiffe und Fähren entlang der Wasserstraßen sind allerdings oft veraltet und in marodem Zustand. Zudem sind die Schiffe meist völlig überladen mit Fahrgästen und Waren. Da in der Regel keine Passagierlisten geführt werden, ist es nach Unglücken schwer, die genaue Zahl der Opfer festzustellen.

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