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Indonesien Viele Tote bei Erdbeben auf Sumatra

06.03.2007 ·  Bei einem Erdbeben in Indonesien sind zahlreiche Häuser eingestürzt, die Krankenhäuser wegen vieler Verletzter überfüllt. Die Menschen liefen in Panik auf die Straße. Das Beben der Stärke 6,3 war noch in Singapur und Malaysia zu spüren.

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Zwei schwere Erdbeben haben am Dienstag auf der indonesischen Insel Sumatra mehr als 70 Menschen in den Tod gerissen. Hunderttausende Menschen rannten in Panik auf die Straßen. In der Umgebung von Solok wurden tausende Häuser zerstört oder schwer beschädigt. Viele Straßen waren unpassierbar. Telefon- und Stromleitungen waren teilweise unterbrochen. In Singapur und Malaysia waren die Erdstöße deutlich zu spüren. Hochhäuser schwankten und wurden vorsorglich geräumt.

„Wir sind noch dabei, Opfer zu bergen, aber viele Straßen sind nicht befahrbar, und die Telefonleitungen funktionieren nicht“, sagte der Gouverneur von Westsumatra, Gamawan Fauzi, der dpa. Bis zum späten Nachmittag hatten die Behörden 68 Tote gezählt. Die amerikanische Geologiebehörde USGS registrierte die Beben nördlich von Padang und südwestlich von Batusangkar im Abstand von zwei Stunden mit Stärken von 6,3 und 6,1. Das Epizentrum lag nach Angaben der indonesischen Meteorologiebehörde rund 30 Kilometer unter der Erdoberfläche. Die Behörde nannte jeweils 5,8 als Stärke.

Angst vor Nachbeben

Die Stadt Solok mit 100.000 Einwohnern rund 930 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Jakarta lag besonders nah am Epizentrum. Die Einwohner harrten aus Angst vor Nachbeben auch Stunden später noch im Freien aus, sagte Michael Zöller, Projektleiter für Wiederaufbaumaßnahmen der Deutsch-Indonesischen Handelskammer in Banda Aceh im Norden Sumatras. Die Familie seiner Frau lebt in der Stadt. Zöllers Schwägerin, die erst vor kurzem entbunden hatte, wurde ohnmächtig aus dem Haus getragen.

Auch in der Hafenstadt Padang mit 800.000 Einwohnern brach Panik aus. Aus einem Krankenhaus flüchteten Patienten, Ärzte und Krankenschwestern ins Freie. Schüler saßen vor einer Schule auf dem Bordstein und weinten.

Erdstöße spürbar in Singapur und Malaysia

Tausende Menschen spürten die Erdstöße in mehr als 400 Kilometern Entfernung in Singapur und Malaysia. Mehrere Hochhäuser wurden vorübergehend geräumt. Auch in der Deutschen Botschaft, die im 12. Stock des Singapore Landtower im Geschäftsdistrikt liegt, war der Erdstoß spürbar. Das Gebäude sollte zunächst geräumt werden, sagte ein Sprecher, ehe über Lautsprecher Entwarnung gegeben wurde.

Auf Sumatra lief Stunden nach dem Beben die Hilfe an. Die Menschen warteten auf Decken und Lebensmittel. Die Behörden forderten vor allem Bagger und schweres Gerät an, um den Schutt von den Straßen zu räumen.

Indonesien liegt in einer sehr erdbebengefährdeten Zone der Welt. Vor Sumatra lag auch das Epizentrum des verheerenden Bebens, das im Dezember 2004 den Tsunami auslöste. Allein in Indonesien kamen dabei 177.000 Menschen ums Leben.

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