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Sonntag, 12. Februar 2012
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Hintergrund Erdbebenzone Mittelamerika

13.01.2010 ·  Das Beben in Haiti ereignete sich an der geologischen Grenze zwischen der großen nordamerikanischen Erdplatte und der wesentlich kleineren karibischen Platte. Nicht nur wegen seiner flachen Lage der Insel sind die Schäden unerwartet groß.

Von Horst Rademacher, San Francisco
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Der Herd des Erdbebens, das am späten Dienstagnachmittag (Ortszeit) Haiti und weite Bereiche der Großen Antillen erschütterte, lag in nur 10 Kilometern Tiefe etwa 15 Kilometer vom Stadtzentrum von Port-au-Prince entfernt. Wegen seiner flachen Lage und der Nähe zu den zum größten Teil nicht sehr stabil errichteten Gebäuden in Haitis Hauptstadt, sind die Schäden unerwartet groß. Nach Messungen der Erdbebenwarte im Golden im amerikanischen Bundesstaat Colorado hatte das Erdbeben eine Stärke von 7,0. Das Geoforschungszentrum in Potsdam errechnete dagegen eine Magnitude von 7,2.

Das Beben ereignete sich an der geologischen Grenze zwischen der großen nordamerikanischen Platte, die von Island bis zur nordamerikanischen Westküste reicht, und der wesentlich kleineren karibischen Platte. Zu dieser Platte gehören nicht nur die Großen und Kleinen Antillen, sondern auch Teile von Venezuela und Kolumbien sowie das gesamte Mittelamerika und der südliche Teil von Mexiko. Im Bereich der Insel Hispaniola, auf der neben Haiti auch die Dominikanische Republik liegt, verschieben sich diese beiden Platten horizontal zueinander. Die nordamerikanische Platte driftet dabei gegenüber der Karibik mit einer Geschwindigkeit von etwa 20 Millimetern pro Jahr nach Westen.

Im Gegensatz zur nordanatolischen Verwerfung in der Türkei oder der San-Andreas-Linie in Kalifornien, ist die Plattengrenze im Bereich von Hispaniola aber nicht durch eine schmale Erdbebenzone definiert. Vielmehr findet die Plattenbewegung in einem breiten Band statt, das die gesamte Insel umfasst. Das Beben vom Dienstag und seine zahlreichen Nachbeben ereigneten sich in südlichen Teil dieses Bandes. Zwar gab es in postkolumbianischen Zeiten entlang dieser Linie immer wieder Erdbeben, seit 1860 haben sich dort aber keine nennenswerten Erdstöße mehr ereignet.

Wesentlich aktiver ist dagegen der Nordstrang der Erdbebenzone. Das schwerste Beben in dieser Zone fand im August 1946 zwischen der Dominikanischen Republik und Puerto Rico statt. Es hatte eine Magnitude von 8,1. Mindestens 4100 Menschen kamen bei dem Beben und dem dadurch ausgelösten Tsunami ums Leben.

Auch in den Kleinen Antillen kommt es wegen der Plattenbewegung immer wieder zu schweren Naturkatastrophen. Das letzte schwere Beben in diesem Gebiet ereignete sich am 29. November 2007 unter der französischen Insel Martinique und hatte eine Magnitude von 7,4. Neben den Erdstößen gibt es in den Kleinen Antillen auch aktiven Vulkanismus. So hat der Vulkan Soufriere Hills in den vergangenen 15 Jahren große Teil der Insel Montserrat zerstört. Die zweifellos größte Katastrophe ereignete sich dort aber im Jahre 1902, als beim Ausbruch des Vulkans Mont Pelée auf Martinique allein in der Hafenstadt St. Pierre mehr als 65.000 Menschen ums Leben kamen.

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