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Mittwoch, 15. Februar 2012
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China „Wenn es eine Chance gibt, werden wir unser Bestes tun“

22.10.2004 ·  Noch immer suchen Rettungskräfte nach Verschütteten der Grubenunglücke in den Provinzen Henan und Hebei. Klagen über die schlechten Arbeits- und Sicherheitsbedingungen häufen sich.

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Zwei Tage nach dem schweren Grubenunglück in Zentralchina haben die Rettungskräfte am Freitag nach rund 80 Verschütteten gesucht. Allerdings sanken stündlich die Chancen, diese lebend zu bergen. Zunächst wurden lediglich 64 Leichen entdeckt. Mit voraussichtlich knapp 150 Toten wäre das Unglück in der Daping-Mine das schwerste seit vier Jahren.

Unterdessen häuften sich die Klagen über die schlechten Arbeits- und Sicherheitsbedingungen in der Mine, die die Gasexplosion am Mittwochabend erst möglich gemacht hätten. Nur einen Tag nach der Gasexplosion in der Provinz Henan hatte sich durch einen Wassereinbruch ein weiteres Unglück in einer Grube in der Nachbarprovinz Hebei ereignet, bei dem noch immer 29 Kumpel als vermißt gelten, wie die staatliche Arbeitsschutzverwaltung am Freitag in Peking berichtet. Von 63 unter Tage arbeitenden Bergarbeitern der Desheng-Grube in Wu'an seien 34 lebend davon gekommen.

Mehr als tausend Helfer im Einsatz

Bei der Suche nach Vermißten in der Daping Mine sind inzwischen mehr als tausend Helfer im Einsatz. Erschwert wird ihre Arbeit durch die hohe Gaskonzentration an einigen Stellen. Dadurch drohen neue Explosionen. Die Überlebenschancen der Vermißten seien gering, „aber wenn es irgendeine eine Chance gibt, werden wir unser Bestes tun“, sagte ein Sicherheitsbeauftragter der Daping-Mine in der Provinz Henan.

Nach Berichten von ehemaligen Bergleuten ist die Daping-Mine nur ein Beispiel dafür, wie Bergwerksbetreiber wegen des rasant gestiegenen Kohlebedarfs im eigenen Land das Letzte aus der Förderung herausholen, ohne aber in zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen zu investieren. „Früher habe ich selbst einmal in der Mine gearbeitet. Aber die Arbeitsbedingungen waren so mies, daß ich kündigte“, erzählte einer der Angehörigen der vermißten Kumpel, die vor der Mine auf Nachrichten warteten. Der Profit sei dem Minenbesitzer nun einmal wichtiger als das Leben der
Arbeiter.

Daping Mine war in schlechtem Zustand

Ein weiterer ehemaliger Bergmann, der 20 Jahre in einer benachbarten Mine arbeitete, berichtete, wie sich sein Neffe immer wieder über die Zustände in Daping beklagte. Während ihrer zehnstündigen Schichten hätten die Kumpel oftmals bis zur völligen
Erschöpfung schuften müssen, um die Anforderungen der Bergwerksleitung zu erfüllen.
Daping gehört zu den größten Minen der Bergbaugesellschaft Zhengzhou.

Nach Angaben der Dorfbewohner von Wuzhung, in dem die Mine liegt, heuerten die Betreiber in jüngster Zeit mehr und mehr unerfahrene junge Bauern aus entfernten Regionen an. Diese schrecken vor der dreckigen und gefährlichen Arbeit unter Tage nicht zurück, weil sie dort mehr verdienen können als auf dem Feld.

Kärgliche Summen als Abfindung

Bei Unglücken sei es nun einfacher, die Gründe zu verbergen und die Angehörigen mit kärglichen Summen abzufinden als früher, als die meisten Kumpel direkt aus Wuzhung stammten. Einige der insgesamt 4100 Bergleute von Daping kommen aus so weit entfernten Provinzen wie Sichuan, das im Südwesten der Volksrepublik liegt.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und afp
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