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Karneval Die Weiber sind los!

03.02.2005 ·  Die Schere war am Tag der Weiberfastnacht das wichtigste Accessoire. Vor allem in Köln und Düsseldorf trotzten die Narren den kühlen Temperaturen, stürmten die Rathäuser und feierten auf den Straßen.

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Mit der Machtübernahme bunt kostümierter „Wiever und Möhnen“ hat am Donnerstag um 11.11 Uhr der Straßenkarneval begonnen. Zehntausende Narren riefen in den rheinischen Hochburgen Düsseldorf, Köln, Bonn und Aachen den Ausnahmezustand aus. Trotz des ungemütlichen Wetters bei Temperaturen um vier Grad hatten sich in der Düsseldorfer Altstadt und um den Kölner Alter Markt bereits am frühen Vormittag tausende Narren mit Karnevalshits eingeschunkelt. „Mann kann sich doch warm tanzen“, meinte die als gelbe Blume verkleidete 25 Jahre alte Yvonne aus Düsseldorf.

Ihre Art von Humor bewiesen einige Karnevalisten bei der Kostümwahl. Neben Teufelinnen, Häschen, Hexen feierten einige Narren mit Moshammer-Perücke. In Düsseldorf wies ein Jeck mit schwarzem Kostüm auf die Schiedsrichter-Affäre hin - auf dem Rücken ein großer Wett-Aufkleber. Zu einem Zwischenfall kam es im rheinischen Mettmann. Dort explodierte in einer Scheune eine selbst gebaute Konfettikanone und verletzte den 29-jährigen Kanonenbauer und Karnevalisten schwer.

Wiege der Weiberfastnacht: Bonn-Beuel

In Köln erklärte Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) bereits eine Stunde vor der Narrenzeit 11.11 Uhr seinen Rücktritt. In Düsseldorf konnte sich dagegen Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) nicht persönlich dem Angriff der „Möhnen“ entgegenstellen. Nach einer Operation musste er vom Krankenbett die Machtübernahme tatenlos hinnehmen. Auch in der Wiege der Weiberfastnacht, in Bonn-Beuel, haben die Frauen am Donnerstag für einen Tag das Regiment übernommen. Nach minutenlanger Belagerung lenkte Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann (SPD) schließlich ein und Wäscheprinzessin Sandra I übernahm das Zepter. Die Beueler Waschweiber hatten im Jahr 1824 gegen unzumutbare Arbeitsbedingungen protestiert und statt der Wäsche ihre Männer „in die Mangel genommen“.

Karneval 2005: Die Weiber sind los!

In Aachen hatte die Jecken bereits am Mittwochabend mit einem Handstreich die Macht an sich gerissen. In Unna zog der „kleinste Karnevalsumzug der Welt“ durch die westfälische Karnevals-Diaspora. Dutzende Jecken begleiteten den 70 Jahre alten Ober-Narr Helmut Scherer mit seinem Bollerwagen.

Höhepunkt am Rosenmontag

Höhepunkt des Straßenkarnevals sind die Rosenmontagszüge, die allein in Köln und Düsseldorf ein Millionen-Publikum anlocken. Dann soll nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Essen den Jecken auch die Sonne scheinen. Zahlreiche Karnevalsmuffel flüchtete in den Schnee. Vor allem in den Hochlagen des Sauerlandes finden Wintersportler derzeit ideale Bedingungen. Am Kahlen Asten liegen nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes 64 Zentimeter Schnee.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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