19.06.2007 · Elena Frantschuk ist ein Luxusgeschöpf. Als Tochter des ehemaligen Staatspäsidenten Leonid Kutschma und Ehefrau des zweitreichsten Manns der Ukraine, Viktor Pintschuk, kann sie sich ein Leben leisten, das mit dem ihrer Landsleute nichts gemein hat.
Elena Frantschuk ist ein Luxusgeschöpf. Als Tochter des ehemaligen Staatspäsidenten Leonid Kutschma und Ehefrau des zweitreichsten Manns der Ukraine, Viktor Pintschuk, kann sie sich ein Leben leisten, das mit dem ihrer Landsleute nichts gemein hat. Elena Frantschuk füllt aber nicht nur die Klatschspalten der ukrainischen Zeitungen, die zum Teil ihrem Ehemann gehören. Sie hat sich auch dem Kampf gegen Aids in ihrer Heimat verschrieben. Dafür gibt sie Millionen ihres Vermögens aus.
Schon 2003 gründete sie die „Elena Frantschuk Stiftung“, die erste und einzige mit privatem Geld finanzierte Anti-Aids-Stiftung in der Ukraine. „Die Vorstellung, dass 2014 jeden Tag 140 Ukrainer an Aids sterben werden, ist mir ein Graus“, sagt Elena Frantschuk. „Im Grunde heißt das, dass jeden Tag ein vollbesetztes Flugzeug abstürzt.“ Ihre Stiftung unterstützt unter anderem das Kiewer Aids-Zentrum und das Kiewer Aids-Waisenhaus „Berjoska“ (zu deutsch „Birke“).
Konzert vor 200.000 Menschen
Eines ihrer Hauptanliegen ist jedoch Aufklärung. So schaffte sie es am vergangenen Samstag, dass in der Ukraine erstmals einen ganzen Abend nur über Aids gesprochen wurde. Elena Frantschuk hatte Sir Elton John nach Kiew eingeladen. Der Brite gab ein zweieinhalbstündiges Wohltätigkeitskonzert vor 200.000 Menschen auf dem berühmten Unabhängigkeitsplatz in Kiew, dem Majdan, das vom größten Fernsehsender des Landes, der ebenfalls zu Viktor Pintschuks Imperium gehört, live übertragen wurde. Zudem wurden Filme über die Verbreitung von Aids, über Patienten und ihre Diskriminierung gezeigt.
Anwesend waren unter anderen Präsident Viktor Juschtschenko und Leonid Kutschma, den Juschtschenko aus dem Amt gejagt hatte. Mit seinem Besuch setzte der erste Mann der Ukraine ein kleines Zeichen: Seit fast zwei Jahren hat sich der Präsident nicht mehr öffentlich zum Thema Aids geäußert. Genau das aber fordert die „Declaration of Commitment on HIV/Aids“ aus dem Jahr 2001, eine Vereinbarung von Staatsoberhäuptern und Regierungsvertretern, die auch die Ukraine unterschrieben hat. Juschtschenko schwieg zwar an dem Abend, Elena Frantschuk konnte trotzdem einen Sieg für sich und ihr Anliegen verbuchen.