Home
http://www.faz.net/-gum-6xnjh
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Jungfernfahrt der Vega Familie der Esa-Trägerraketen jetzt komplett

 ·  Europas Raketenfamilie hat Nachwuchs: Am Montag ist die kleine Vega zu ihrem Jungfernflug ins All gestartet.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Die erste europäische Vega-Rakete ist am Montag um 11 Uhr Mitteleuropäischer Zeit (7 Uhr Ortszeit) vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana gestartet. An Bord des rund 790 Millionen Euro teuren Lastenträgers befanden sich neun kleine Satelliten, die nach und nach in ihre Umlaufbahnen befördert wurden. Danach setzte die verbliebene Oberstufe von Vega ihren restlichen Treibstoff frei und wurde abgeschaltet.

Mit der vor allem in Italien gebauten Rakete steht der europäischen Raumfahrtbehörde Esa jetzt eine ganze Trägerfamilie für Satelliten unterschiedlichster Massen zur Verfügung. Bis 2011 hat die Esa nur mit der Ariane 5-Rakete gearbeitet, einem vor allem auf den Transport von Kommunikationssatelliten ausgerichteten Träger, der große Nutzlasten bis zu zehn Tonnen in eine für diese Satelliten erforderliche geostationäre Übergangsbahn bringen kann. Für den Start kleinerer Satelliten ist die Ariane-5 jedoch überdimensioniert. Deshalb ist auf dem europäischen Weltraumbahnhof eine Startanlage für russische Sojus-Raketen entstanden, von der aus vor allem europäische Satelliten befördert werden sollen.

Für kleinere Satelliten und Nutzlasten bis zu 1500 Kilogramm

Weil der Start vom Äquator aus viel weniger Energie erfordert, als von den russischen Weltraumbahnhöfen in Baikonur und Plesetsk, kann die Sojus-Rakete von Kourou aus mittelschwere Satelliten bis zu drei Tonnen Masse (statt 1,7 Tonnen Masse von Baikonur aus) in geostationäre Übergangsbahnen bringen. In die für Erderkundungssatelliten genutzten sonnensynchronen Bahnen rund 700 Kilometer über der Erde transportiert sie dagegen bis zu 4350 Kilogramm. Die erste Sojus-Rakete startete im Oktober.

Die Vega-Rakete schließt jetzt die Lücke nach unten. Sie ist für kleinere Satelliten gedacht mit Nutzlasten bis zu einer Masse von 1500 Kilogramm. Nach dem Start zündeten alle drei Feststoffantriebsstufen nach Plan. Die Oberstufe lenkte anschließend auf 1450 Kilometer Höhe in eine kreisförmige Umlaufbahn ein und entließ dort ihre wichtigste Nutzlast, den Forschungssatelliten Satelliten Lares, der Effekte der Relativitätstheorie testen soll. Mit einem weiteren Manöver erreichte die Oberstufe in 350 Kilometer Höhe den niedrigsten Punkt einer elliptischen Umlaufbahn. Dort setzte sie die acht kleineren Satelliten aus.

  Weitersagen Kommentieren (0) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
ESA-Radar-Satellit „Sentinel“ Countdown für den Umweltwächter

Europa schickt einen neuen Erdbeobachtungssatelliten in die Umlaufbahn. Mit seinem Radarblick soll Sentinel-1A die Oberfläche der Weltmeere aufs genaueste observieren. Die Daten sollen Klimaveränderungen aufzeigen, aber auch Umweltsünder entlarven. Mehr

07.04.2014, 11:03 Uhr | Wissen
Internet mit Sonnenenergie Das Faszinierende an der Google-Drohne

Google kauft ein Weltraumunternehmen und will mit Flugrobotern weiße Flecken auf der Internet-Landkarte füllen. Das klingt wie Science Fiction. Und kann sogar klappen. Mehr

15.04.2014, 13:49 Uhr | Wirtschaft
Russland und die Ukraine Das sowjetische Erbe lockt

Kiew will „den Feind nicht mehr aufrüsten“ und stellt die Rüstungsexporte nach Russland ein. Moskau ist jedoch darauf angewiesen. Es geht um Interkontinentalraketen, Kampfhubschrauber und Kriegsschiffe. Mehr

13.04.2014, 15:38 Uhr | Politik

13.02.2012, 13:30 Uhr

Weitersagen
 

Medikamentenallergie Miley Cyrus mundet das Essen im Krankenhaus nicht

Die Sängerin Miley Cyrus musste wegen einer allergischen Reaktion ins Krankenhaus. Warum ihre Kraft aber noch ausreicht, um sich über das Essen zu beschweren, lesen Sie im Smalltalk. Mehr 20

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden