http://www.faz.net/-gum-6xnjh

Jungfernfahrt der Vega : Familie der Esa-Trägerraketen jetzt komplett

  • -Aktualisiert am

Zum ersten Mal seit 16 Jahren hat die ESA eine völlig neu entwickelte Trägerrakete gestartet Bild: ESA via Getty Images

Europas Raketenfamilie hat Nachwuchs: Am Montag ist die kleine Vega zu ihrem Jungfernflug ins All gestartet.

          Die erste europäische Vega-Rakete ist am Montag um 11 Uhr Mitteleuropäischer Zeit (7 Uhr Ortszeit) vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana gestartet. An Bord des rund 790 Millionen Euro teuren Lastenträgers befanden sich neun kleine Satelliten, die nach und nach in ihre Umlaufbahnen befördert wurden. Danach setzte die verbliebene Oberstufe von Vega ihren restlichen Treibstoff frei und wurde abgeschaltet.

          Mit der vor allem in Italien gebauten Rakete steht der europäischen Raumfahrtbehörde Esa jetzt eine ganze Trägerfamilie für Satelliten unterschiedlichster Massen zur Verfügung. Bis 2011 hat die Esa nur mit der Ariane 5-Rakete gearbeitet, einem vor allem auf den Transport von Kommunikationssatelliten ausgerichteten Träger, der große Nutzlasten bis zu zehn Tonnen in eine für diese Satelliten erforderliche geostationäre Übergangsbahn bringen kann. Für den Start kleinerer Satelliten ist die Ariane-5 jedoch überdimensioniert. Deshalb ist auf dem europäischen Weltraumbahnhof eine Startanlage für russische Sojus-Raketen entstanden, von der aus vor allem europäische Satelliten befördert werden sollen.

          Für kleinere Satelliten und Nutzlasten bis zu 1500 Kilogramm

          Weil der Start vom Äquator aus viel weniger Energie erfordert, als von den russischen Weltraumbahnhöfen in Baikonur und Plesetsk, kann die Sojus-Rakete von Kourou aus mittelschwere Satelliten bis zu drei Tonnen Masse (statt 1,7 Tonnen Masse von Baikonur aus) in geostationäre Übergangsbahnen bringen. In die für Erderkundungssatelliten genutzten sonnensynchronen Bahnen rund 700 Kilometer über der Erde transportiert sie dagegen bis zu 4350 Kilogramm. Die erste Sojus-Rakete startete im Oktober.

          Die Vega-Rakete schließt jetzt die Lücke nach unten. Sie ist für kleinere Satelliten gedacht mit Nutzlasten bis zu einer Masse von 1500 Kilogramm. Nach dem Start zündeten alle drei Feststoffantriebsstufen nach Plan. Die Oberstufe lenkte anschließend auf 1450 Kilometer Höhe in eine kreisförmige Umlaufbahn ein und entließ dort ihre wichtigste Nutzlast, den Forschungssatelliten Satelliten Lares, der Effekte der Relativitätstheorie testen soll. Mit einem weiteren Manöver erreichte die Oberstufe in 350 Kilometer Höhe den niedrigsten Punkt einer elliptischen Umlaufbahn. Dort setzte sie die acht kleineren Satelliten aus.

          Weitere Themen

          „Es ist hart hier draußen“

          FAZ Plus Artikel: Einsatz im Persischen Golf : „Es ist hart hier draußen“

          Das Leben an Bord des amerikanischen Flugzeugträgers „USS Theodore Roosevelt“ ist entbehrungsreich. Alkohol ist verboten, die Arbeit zum Teil sehr gefährlich. Doch die Mannschaft steht noch vor ganz anderen Herausforderungen, denn in Syrien drohen Kampfhandlungen mit türkischen Soldaten.

          Topmeldungen

          Russland und der Westen : Es bleibt frostig

          Der Winter kommt nicht, er ist längst da. Trumps Sicherheitsberater McMaster und Russlands Außenminister Lawrow schenken sich auf der Sicherheitskonferenz in München nichts.
          Nur den QR-Code scannen: Anders als die Deutschen zahlen die Chinesen gern mit dem Smartphone.

          Bezahlsystem : Chinas Antwort auf Paypal

          Hunderte Millionen Chinesen zahlen mit der Smartphone-App Alipay. Ginge sein Betreiber Ant Financial – zu Deutsch: Finanzameise – an die Börse, wäre er so viel wert wie Goldman Sachs.
          Der Fotograf Patrick Demarchelier bei einer Fashion-Show im Herbst 2012.

          Belästigungsskandal : Models erheben schwere Missbrauchsvorwürfe

          Neue Missbrauchsvorwürfe in der Modebranche: Mehr als 50 Frauen beschuldigen mindestens 25 Männer der Modewelt, sie sexuell belästigt oder missbraucht zu haben. Sie sprechen damit ein Jahrzehnte altes Problem der Branche an.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.