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Volker Vette kennt sich aus mit Hardrock "Metaller ziehen vom ersten Ton an mit"

31.07.2008 ·  In Wacken herrscht Ausnahmezustand. Wie jedes Jahr am ersten Augustwochenende spielt beim größten Heavy-Metal-Festival der Welt auch der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Wacken auf. Der Leiter der Kapelle kennt die Vorlieben der Metal-Gemeinde.

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Das Festival „Wacken-Open-Air 2008“ ist eröffnet. Drei Tage lang verwandeln Rock-Fans aus allen fünf Kontinenten das schleswig-holsteinische Kuhdorf Wacken, bekannt geworden durch den Dokumentarfilm „Full Metal Village“, in ein internationales Zentrum der Hardrock-Szene. Volker Vette, Leiter des Musikzugs der Freiwilligen Feuerwehr Wacken, ist wie in jedem Jahr mit von der Partie. Er spielt mit seiner Kapelle Stimmungslieder, Märsche - „und dann noch so ein bisschen die Sachen von Onkel Tom“.

Herr Vette, hören Sie Heavy Metal?

Eher nicht. Aber ich hab's im Haus: Mein jüngster Sohn ist Metaller. Die waren hier im Dorf schon immer eine ganze Clique.

Als "W.O.A.-Firefighters" haben Sie mit dem Musikzug in diesem Jahr drei Auftritte beim Wacken-Open-Air-Festival. Was steht auf dem Programm?

Das, was wir normalerweise auf jedem Frühschoppen und Schützenfest spielen: Stimmungslieder, Märsche, Polka, Volksmusik. Und dann noch so ein bisschen die Sachen von Onkel Tom.

Onkel Tom?

Der Sänger von Sodom. Der hat "Es gibt kein Bier auf Hawaii", "An der Nordseeküste" und solche Lieder als Metal-Versionen aufgenommen. Mit dem haben wir auch schon zusammen auf der Bühne gestanden.

Und das Publikum?

Optisch ist das natürlich was anderes. Aber das sind gute, nette Leute. Die machen uns Spaß, die ziehen gleich vom ersten Ton an mit. Die anderen müssen wir immer erst ein bisschen anheizen. Und inzwischen kennt man ja auch ein paar von denen, manche sind selbst bei der Feuerwehr oder machen sogar solche Musik wie wir. Mit denen sitzen wir dann nach den Auftritten zusammen und trinken ein Bier.

Haben Sie auch echte Fans?

Na ja, was heißt Fans?! Wir verkaufen T-Shirts und CDs, die gehen weg wie warme Semmeln. Das gehört ja in dieser Branche dazu, dieses sogenannte Merchandising.

Wer hatte denn die Idee, mit dem Musikzug ausgerechnet beim Metal-Festival zu spielen? Das war ja zunächst nicht gerade Ihr Kern-Publikum.

Der Biergarten war der Anlass. Als der das erste Mal am Eingang zum Festival-Gelände eingerichtet wurde, da haben wir gesagt: "Biergarten? Ja, da gehört doch Blasmusik dazu." Und dann haben wir das mit den Veranstaltern besprochen und sind 2003 einfach mal dahinmarschiert.

Und wie haben die Metaller reagiert?

Das war gleich ein Riesenerfolg. Wir sind natürlich mit gemischten Gefühlen aufmaschiert, aber als wir dann losgelegt haben, ging es richtig rund. Das ging gleich mit Polonaise und so ab.

Gab es keine Vorbehalte gegen einen solchen Auftritt?

Ja gut, ein bisschen skeptisch sind immer einige. Aber das hat sich inzwischen gelegt. Bei uns und überhaupt im Dorf. Die Metaller sind friedlich und aufgeschlossen, und es ist auch noch nie etwas passiert. In diesem Jahr hat sogar eine junge Frau vorher angefragt, ob sie nicht mitspielen könne. Die ist mit ihrer Klarinette jetzt dabei.

Bei solchem Erfolg bei jungen Leuten dürften Sie Nachwuchssorgen beim Musikzug eigentlich nicht haben.

Oh doch. Wir haben zurzeit etwa 30 Mitglieder, aber bei den Auftritten sind meistens so um die 20 dabei. Die Jüngste ist um die 20, der Älteste ist 80. Vor zwei, drei Jahren hatten wir auch mal ein paar ganz junge Leute dabei. Aber wenn die in ein bestimmtes Alter kommen, so 14 oder 15, wird es schwierig. Dann kommt die Lehre und die erste Freundin und der Roller - dann ist es mit dem Musikmachen meistens vorbei.

Die Fragen stellte Peter Badenhop.

Quelle: F.A.Z.
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