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Traumberuf: Fußballprofi Wie Messi zu Messi wurde

31.05.2009 ·  Lionel Messi gilt als einer der besten Fußballspieler der Welt. Er ist zwar klein, aber er bleibt immer am Ball. Und er ist unberechenbar. Doch wie ist der Superstar so weit gekommen? Ein Blick in die Fußballschule des Champions-League-Gewinners FC Barcelona.

Von Winand von Petersdorff
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Der größte Fußballstar der Welt ist seit dieser Woche Lionel Messi. Er ist der Superstar vom FC Barcelona und gerade mal 21 Jahre alt. Der Verein hat am Mittwoch den wichtigsten Mannschaftswettbewerb überhaupt gewonnen, die Champions League. Messi hat im Endspiel gegen Manchester United toll gespielt und ein Tor geschossen. Kein Mensch auf der Welt kann so gut mit dem Ball umgehen wie er, glauben viele Experten. Wie ist er so weit gekommen?

Messi kommt aus Argentinien, einem Land in Südamerika. Als er erst 13 Jahre alt war, kam er mit seinem Vater nach Barcelona in Spanien, erst mal nur zum Probetraining. Die wichtigen Leute von Barcelona wollten gucken, ob er genug Talent hat für die Nachwuchsmannschaften des FC. Heute wird die Geschichte erzählt, dass der Jugendtrainer Messi nur eine halbe Minute beim Fußballspielen zuschauen musste. Dann griff er sich eine Serviette, schrieb darauf eine Vertragsvereinbarung und gab sie dem Vater zum Unterschreiben.

Alle wollen Profi werden

Auf den Trainingsplätzen von Barcelona spielen Fußballer von fast allen Erdteilen. Viele von ihnen wohnen in einem Internat, das „La Masia“ heißt. Kinder, die aus dem Ausland kommen, lernen erst einmal zwei bis drei Monate lang Spanisch und die Kultur des Landes kennen. Dann können sie sich leichter eingewöhnen.

Im April sind drei Jungs aus Kamerun in Afrika gekommen, die zurzeit Spanisch büffeln. Es spielen Jungs aus Senegal, aus Griechenland, aus Brasilien, aus Nigeria, aus Frankreich, aus Belgien und sogar aus Andorra in den Nachwuchsteams von Barcelona. Die allermeisten sind aber Spanier.

Es gab bis vor kurzem auch einen Deutschen. Aber der hat sich nicht durchsetzen können. Nur jeder Zehnte schafft es, für Barcelona als Profi zu spielen. Genauso viele spielen bei anderen Profiklubs. Doch acht von zehn schaffen den Durchbruch nicht.

Alle, die hierherkommen, haben den Traum, Fußballprofis zu werden. Manchmal haben die Eltern den Traum noch stärker. Die Fußballprofis verdienen viel Geld. Manchmal ziehen nicht nur die Jungs nach Barcelona, sondern die Eltern gleich mit. Der Verein versucht dann, für sie Arbeit zu finden. Dann haben die Jungs weniger Heimweh.

Am Ball müssen sie alles können

Das Niveau der Mannschaften ist hoch: Es spielen die besten Talente vieler Länder, insgesamt rund 250 in verschiedenen Altersklassen. Trainiert wird an jedem Tag am späten Nachmittag. Es gibt einen großen Unterschied zum Training ganz normaler deutscher Jugendmannschaften: keine Waldläufe, kein Zirkeltraining.

Jedes Training passiert mit dem Ball. Was ganz doll trainiert wird, ist das Kurzpass-Spiel auf engstem Raum und auch das Dribbeln. Das Ziel ist, Spieler hervorzubringen, die am Ball alles können.

Alle Jugend-Mannschaften trainieren das Spielsystem, das auch die weltberühmte Profimannschaft spielt: vier Verteidiger, drei Mittelfeldspieler, drei Stürmer. Im Profiteam von Barcelona spielen viele berühmte Spieler, die von der Jugendabteilung ausgebildet wurden. Messi, Xavi, Iniesta, Krkic und Puyol. Weil sie schon lange das Barcelona-System spielen, verstehen sie sich auf dem Platz fast blind.

Wichtig ist den Jugendtrainern aber auch, die Spieler nicht zu verbiegen. Lionel Messi war schon als kleiner Junge in Argentinien ein Ausnahmespieler. Allerdings war er viel zu klein. Deshalb wollten ihn argentinische Klubs nicht nehmen. In Spanien bekam Messi dann Hormonspritzen. Jetzt ist er immerhin 1,69 Meter groß.

Es wird immer angegriffen

Die Spieler dürfen so spielen, wie sie wollen. Das merkt man auch an Messi. Beobachter sagen, er spiele immer noch wie ein Junge auf der Straße: perfekt am Ball und beim Passspiel und nicht ausrechenbar. Hauptsache ist aber für Messi und seine Mitspieler, dass nach vorne gespielt wird. Barcelona will immer angreifen.

Noch etwas ist wichtig: Respekt, Ordnung, Disziplin und Bescheidenheit. Spieler, die ihre Trainer frech behandeln, werden schnell aussortiert. Sie sollen auch keine auffälligen Frisuren tragen oder sich Tätowierungen machen lassen. Wer den Star spielen will, ist schnell unten durch.

Alle Spieler begrüßen bei Trainingsbeginn den Trainer mit Handschlag. Manchmal versteckt sich der oberste Jugendtrainer zum Beginn des Trainings. Sonst müsste er jeden Tag Hunderte Hände schütteln.

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