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Musik im Internet Neue Songs, alles umsonst?

20.07.2008 ·  Musik aus dem Internet ist eine schöne Sache. Doch wer Musik oder Filme herunterlädt, die ganz offensichtlich Raubkopien sind, kann schnell Ärger kriegen. Denn beim Downloaden geht es ins Geld. Wer ganze Alben will oder andere Stücke, der muss zahlen.

Von Gunda Achterhold
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Musikhören ist für Alina die beste Entspannung nach der Schule. Und weil sich die 13-Jährige nicht ständig CDs kaufen kann, holt sie sich ihre Lieblingssongs aus dem Internet. Gefällt ihr ein Lied im Radio, gibt sie bei YouTube den Titel ein und hört es noch einmal an. Wenn sie das Stück richtig gut findet, speichert sie es unter ihren Favoriten ab und braucht beim nächsten Mal nur noch draufzuklicken.

Das Internet bietet jede Menge Möglichkeiten, um Musik zu hören. Die Online-Video-Plattform youtube.com ist sehr bekannt. Aber auch auf Portalen wie seeqpod.com oder songza.com kann man alle möglichen Titel anklicken und abspielen. Beim Radiosender Last.fm können sich Nutzer sogar ihre eigenen Playlists „scrobbeln“ und bauen an einer interaktiven Musikplattform mit. Wer sich für den kostenlosen Dienst anmeldet, übermittelt die Titel aller Lieder vom eigenen Computer oder iPod an den Internetsender. Last.fm weiß dann, welche Musik jemand gerne und häufig hört, und sucht unter den anderen Nutzern nach Hörern mit einem ähnlichen Musikgeschmack. Die können Gruppen bilden und werden mit Musiktipps versorgt. Die Datenbank mit etwa 65 Millionen Titeln aus allen Musikrichtungen steht aber allen Besuchern offen.

Bis zu sieben Kopien sind erlaubt

Klingt toll, wo ist der Haken? Sich die Lieder anzuhören ist grundsätzlich kein Problem. Meistens finden sich drei bis vier Hörbeispiele einzelner Gruppen, die man abspielen kann. Beim Downloaden geht es allerdings ins Geld. Wer ganze Alben will oder andere Stücke, der muss zahlen. Amy Winehouse oder Die Ärzte wollen ihre Musik schließlich verkaufen und nicht verschenken. Die zum Download freigegebenen Stücke zu kopieren ist kein Problem - solange es für den eigenen Gebrauch ist. Für mich, meine Familie oder Freunde darf ich legale Online-Angebote wie Web-Radio, Internet-Fernsehen, YouTube und Co aufnehmen. Das gilt als Privatkopie. Kostenlose Programme wie zum Beispiel Waverec schneiden die Musik mit und speichern sie über die Soundkarte auf dem Rechner ab. Einen Riesenfreundeskreis sollte ich damit trotzdem nicht beglücken. Erlaubt sind bis zu sieben Kopien.

Verboten ist es, Musik oder Filme herunterzuladen, die ganz offensichtlich Raubkopien sind. Das ist vor allem bei Tauschbörsen der Fall. Hier kann man sich nicht darauf verlassen, dass es sich um legale und freigegebene Angebote im Internet handelt. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ich einzelne Stücke höre und mitschneide oder ob ich ganze CDs kopiere und Musiksammlungen austausche. Wer urheberrechtlich geschützte Musik abspeichert und anderen zum Tausch oder Kauf anbietet, macht sich strafbar. So hat der 14-jährige Christoph einen Brief vom Anwalt bekommen. 6000 Euro soll er zahlen, weil er 150 geschützte Titel kopiert hat. Nachweislich - denn seine IP-Adresse ist gespeichert.

Verschenkte Songs sind eine gute Werbung für neue Alben oder Tourneen

Die Rechtsanwältin Verena Eckert kennt solche Fälle. „Wenn man in Tauschbörsen unterwegs ist, ist es nur eine Frage der Zeit, bis eine Abmahnung kommt“, sagt sie. „An einer Zahlung kommt man dann kaum noch vorbei.“ Auch wenn's peinlich ist: Rumdrucksen hilft dabei gar nicht. Lieber einmal die volle Wahrheit sagen. Nur wenn die Eltern wissen, wo man sonst noch überall mitgemacht hat, lässt sich manchmal noch was retten - bevor das nächste Schreiben kommt. Schließlich gibt es genug legale Möglichkeiten, um sich eine ordentliche Musiksammlung zuzulegen. Nicht nur unbekannte Künstler, auch große Plattenfirmen wissen, dass ein paar verschenkte Songs eine gute Werbung für neue Alben oder Tourneen sein können.

Das MP3-Magazin Tonspion nimmt die aufwendige Suche ab und stellt täglich die besten frei verfügbaren MP3-Downloads im Netz vor. Neben den Top-100- Stars wie Duffy oder Madonna sind auch Downloads zu Bands zu finden, deren Musik noch nicht im Radio rauf- und runterläuft. Tonspion veröffentlicht die Dateien nicht auf dem eigenen Server - das wäre wegen der Gebühren für die Urheberrechte unbezahlbar. Das Magazin schickt die Nutzer deshalb mit einem Klick auf andere Websites, meist von Labels und Künstlern, die ihre MP3s frei ins Netz stellen. Alle Angebote, die Tonspion vorstellt, sind kostenlos, ohne Kopierschutz und können legal auf CD gebrannt oder auf MP3-Player übertragen und privat genutzt werden. Die Files dürfen allerdings nicht im Netz veröffentlicht werden, zum Beispiel auf der eigenen Homepage. Dieses Recht haben ausschließlich die Urheber und ihre Vertragspartner - also die Künstler und Plattenfirmen.

Finger weg von Tauschbörsen!

Wer auf Post vom Anwalt verzichten kann, sollte von Filesharing-Programmen die Finger lassen. Denn die Gefahr, illegal hergestellte Dateien zu erwischen oder das Urheberrecht zu verletzen, ist groß. Übersetzt heißt „Filesharing“ so viel wie „Daten teilen“. Mit Hilfe sogenannter Tauschbörsen wie Kazaa, eDonkey oder BitTorrent lassen sich per Internet viele verschiedene Dateientypen runterladen. Über Peer-to-Peer-Netzwerke, kurz: P2P, sind alle Teilnehmer miteinander verbunden.

Der P2P-Download zum Privatvergnügen ist zwar nicht verboten, auch nicht das Brennen auf CD. Aber es ist nicht erlaubt, sich Musik- oder Filmdateien herunterzuladen, um sie anderen zur Verfügung zu stellen: Dann ist die Datei keine Privatkopie mehr.

Bei vielen Filesharing-Programmen ist es jedoch so, dass die Dateien automatisch auch den anderen Nutzern angeboten werden. Und dann wird's brenzlig. Egal, ob ich die Datei von einer CD oder einer Tauschbörse kopiert habe: Sobald sie in einem File-Sharing-Ordner untergebracht ist, können sich auch andere Teilnehmer bedienen. Das reicht für eine saftige Geldstrafe. (acht)

Musik aus dem Netz

www.tonspion.de

MP3-Magazin, das täglich frei verfügbare MP3-Downloads im Netz vorstellt

www.lastFM.de

Gruppennamen eingeben, gewünschten Titel anklicken und anhören

www.seeqpod.com

Hier lassen sich bestimmte Titel direkt suchen; man findet viele Links zur MP3-Datei dieses Stücks

www.songza.com

Funktioniert ähnlich wie lastFM und seeqpod

www.waverec.de

Mit einem kostenlosen Programm wie Waverrec kann man Lieder, die über Anbieter wie lastFM oder Internetradios abgespielt werden, direkt über die Soundkarte wieder aufnehmen.

www.mp3radio.com

Der Crawler Radio & MP3 Player speichert Aufnahmen als MP3- oder WAV-Datei

www.screamer-radio.com

200 Radiostationen aus sechs Kontinenten sind programmiert, allein 16 aus Deutschland. MP3-oder OGG-Streams nehmen die Freeware ohne Qualitätsverlust auf.

www.air2mp3.net

Der Digitale Music-Recorder zeichnet das Programm von Musik-TV-Sendern oder Radiosendern auf, auch die passenden Musikvideos.

www.nexus.radio

Die Freeware hat viele tausend Radiosender gespeichert und nach Genres sortiert.

Quelle: F.A.S.
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