10.10.2008 · In Deutschland sind wieder mit der Chemikalie Melamin verseuchte Süßigkeiten entdeckt worden. Bei „einem hohen Verzehr über einen längeren Zeitraum“ ist eine Schädigung der Gesundheit nicht auszuschließen.
Wieder sind in Deutschland mit der Chemikalie Melamin verseuchte Süßigkeiten entdeckt worden. In Thüringen und Rheinland-Pfalz handelte es sich um die aus China stammenden Bonbons „White Rabbit“, in Bayern um Kekse. Der Grenzwert sei bei den aus dem Verkehr gezogenen Bonbons in Ostthüringen um nahezu das Hundertfache überschritten, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Bonbons waren in der vergangenen Woche in einem Asia-Shop gefunden worden. Bei den in einem Koblenzer Shop entdeckten Weichkaramellbonbons sei der Grenzwert um mehr als das Sechsfache überschritten, teilte das rheinland-pfälzische Umweltministerium am Freitag in Mainz mit.
Vergangene Woche waren bereits in Asia-Läden in Baden-Württemberg verseuchte Bonbons entdeckt worden, die nach Angaben des Bundesverbraucherministeriums ein Vielfaches der zulässigen Menge Melamin enthielten. „Bei einem hohen Verzehr dieser Bonbons über einen längeren Zeitraum ist eine Schädigung der Gesundheit nicht ausgeschlossen“, hatte Verbraucherstaatssekretär Gert Lindemann am Donnerstag in Berlin gesagt. Dies gelte etwa für ein dreijähriges Kind, das längere Zeit sieben Bonbons pro Tag lutsche. Unterdessen sind in der Slowakei eine Woche nach dem Fund von Melamin-belasteten Milchgetränken für Kinder auch verseuchte Kekse aus dem Verkehr gezogen worden.
In der Industrie als Bindemittel benutzt
Die Chemikalie, die in der Industrie als Bindemittel benutzt wird, wurde in China in großem Stil Milchpulver beigemischt, um damit einen höheren Eiweißgehalt vorzutäuschen. In China erkrankten dadurch mehr als 50.000 Babys an Nierensteinen. Offiziellen Angaben zufolge waren vier Kinder gestorben, weil sie Milch getrunken hatten, die mit der giftigen Chemikalie versetzt war.
Die in Koblenz entdeckten „White Rabbit“-Bonbons kamen nach Angaben des Landesuntersuchungsamtes (LUA) auf einen Gehalt von 15 Milligramm Melamin pro Kilogramm, der Grenzwert liegt bei 2,5 Milligramm. In Thüringen wurden außer den beanstandeten Süßwaren bislang keine weiteren aus China stammenden Lebensmittel mit Milchbestandteilen gefunden worden.
Bei den in der Slowakei entdeckten belasteten Süßigkeiten handelte es sich nach Angaben der Staatlichen Veterinär- und Lebensmittelverwaltung (SVPS) um vier verschiedene Keks- und Snacksorten mit Schokoladenfüllungen unterschiedlicher Geschmacksbeimischungen. Sie wurden in einem Lebensmittellager in der südwestslowakischen Stadt Nitra beschlagnahmt.
Globalisierungsfrüchte
Benedikt Gresser (Benediktus)
- 12.10.2008, 16:30 Uhr