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Pfiffige Geschäftsidee Isländisch für Anfänger

14.12.2009 ·  Magnea ist 22 Jahre alt und besucht die dreizehnte Klasse einer internationalen Gesamtschule in Reykjavk. Projektarbeit wird an der „Fjölbrautaskólinn við Ármúla“ groß geschrieben, die Schüler haben ein Sprachenprogramm für Isländisch entwickelt.

Von Elena Berndt Freiherr-vom-Stein Gymnasium, Berlin-Spandau
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Talið þiu íslensku?“ spricht Magnea Arnadottir die Besucher auf dem Wochenmarkt in Reykjavik an, die nur „Nei“ antworten können. Sie hat hier im ehemaligen Zollhaus am alten Hafen zusammen mit Mitschülern einen kleinen Stand. Zwischen Ständen mit Kleidung, Büchern und Fisch bieten die Schüler ein Computerprogramm an, das zum Erlernen der isländischen Sprache einlädt. Sie haben es selbst geplant, organisiert, programmiert und nennen es „Orðlaus“, übersetzt heißt das „Ohne Worte“. Magnea ist 22 Jahre alt und besucht die dreizehnte Klasse einer internationalen Gesamtschule in Reykjavk.

An der „Fjölbrautaskólinn við Ármúla“ werden die Schüler auf die Uni und den Beruf vorbereitet. Magnea hat sich für den Zweig Informationstechnologie und Medien entschieden. Dort belegt sie nun ein Fach, in dem sie lernt, eine eigene Firma aufzubauen. Die Schüler müssen eine Idee entwickeln und in die Realität umsetzen. „Unsere Lehrerin, Petra Bragadóttir, steht uns mit Rat und Tat zur Seite.“ Das Fach wird wöchentlich dreimal unterrichtet. Darüber hinaus trifft sich die Gruppe noch privat. Unter diesen zehn gibt es drei Immigranten, die erlebt haben, wie schwierig es sein kann, Isländisch zu lernen und sich in Island anzupassen.

Albanisch, Polnisch, Spanisch

„Orðlaus“ ist für Anfänger gedacht, die Isländisch lernen wollen. „Ältere Leute in Island beschweren sich oft über Ausländer, die nicht Isländisch sprechen. Deshalb wollen sie die Ausländer nicht. Doch sobald diese Isländisch können, sind sie herzlich willkommen“, erklärt Magnea und lehnt sich auf den Tisch, wo Blätter liegen, auf denen in Albanisch, Polnisch und Spanisch „Sprichst du Isländisch?“ geschrieben ist. Das sind die Muttersprachen der Gruppenmitglieder.

Englisch können die meisten Isländer perfekt, weil so gut wie nichts aus dem Ausland übersetzt wird. So gucken zum Beispiel schon kleine Kinder amerikanische Fernsehserien im Original. In der Schule lernte Magnea auch Französisch, Deutsch und Schwedisch. Doch fließend spricht sie nur Englisch und Dänisch. Magnea ist die Leiterin ihrer Gruppe und delegiert Aufgaben: Einer sorgt für die Produktion und ein anderer, dass das Programm verkauft wird. Es gibt auch einen, der die Finanzen regelt. Bisher finanzieren sich die Schüler noch selbst. „Doch das wollen wir ändern“, sagt die braunhaarige Isländerin bestimmt. „Wir erwarten, mit dem Verkauf der CD-ROMs Geld zu verdienen. Danach möchten wir das Programm noch verbessern.“ Außerdem besitzt das kleine Unternehmen einen Sekretär, und ein anderer prüft die Qualität und Sicherheit.

Der Verlobte hat programmiert

Auf dem Bildschirm des Laptops ist das Programm geöffnet. Hier kann man die Monate auf Isländisch lesen. Neben den Monatsnamen stehen zur Aussprachehilfe englische Beispiele. Das Programm bietet das isländische Alphabet und die wichtigsten Vokabeln, die im Alltag benötigt werden, um zum Beispiel einzukaufen. Es sei nicht billig, in Island zu leben, sagt Magnea. Allein hätten die zehn Schüler das Programm nicht vermarkten können. „Wir haben von unseren Eltern Unterstützung bekommen. Mein Verlobter hat die Programmierung übernommen, und der Vater einer Mitschülerin hat das Layout für die CD gestaltet.“

Um das Projekt finanzieren zu können, haben sich alle für den Sommer Jobs gesucht oder Freunde und Verwandte nach Krediten gefragt. Obwohl das Projekt Magnea viele Nerven kostete, ist sie sehr stolz auf das Ergebnis ihrer Gruppe. Später möchte sie gern in der Universität in Akureyri, im Norden Islands, Orthopädie studieren. Vielleicht wird sie danach auch noch den Master in Management machen. Optimistisch sagt sie: „Time will just tell!“

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