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Im Imbisswagen Freitags ist die Lust auf Pommes besonders groß

 ·  Eigentlich wollte er Sternekoch werden, doch dieser Traum zerplatzte. Jetzt brutzelt er Thüringer Würste auf dem Grill. Aber Thorsten Helmer mag sein Leben als Imbisswagenbetreiber.

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Die ersten Fritten brutzeln in der Friteuse. Auch die Thüringer und Roten liegen schon auf dem Grill. Passanten nähern sich dem Wagen, den Thorsten Helmer gerade aufgeschlossen hat. Eine Frau bestellt für sich und ihre drei kleinen Kinder im Alter zwischen sechs und zehn Jahren Getränke und Pommes. Und die nächsten Kunden stehen schon Schlange an dem Imbisswagen auf dem Parkplatz in Göppingen.

Dieser Traum zerplatzte

Dass Thorsten Helmer, der gelernter Koch ist, einmal so sein Geld verdienen würde, hatte er sich nicht gedacht. Sein Traumberuf war immer Sternekoch. Doch dieser Traum des 37 Jahre alten Mannes zerplatzte, als er mit erst 20 Jahren Vater einer Tochter wurde. Seine Freundin verließ ihn kurz darauf. Ohne die Hilfe von seinen Eltern, die bereits sehr früh an Krebs gestorben sind, zog er die heute 17 Jahre alte Janine groß, die ihm gelegentlich im Wagen hilft.

Kunden nach Feierabend

„Freitagmittag, das ist die beste Zeit. Die meisten Kunden kommen direkt nach dem Feierabend zu mir“, sagt Helmer, der gerade dem vorerst letzten Kunden an diesem Dienstagmittag eine extra große Portion Pommes verkauft hat. Er hat keinen festen Standort. „Dies wäre viel zu langweilig und einseitig. So kann ich immer was anderes sehen, wenn ich den halben Tag hier drinstehe.“ Samstags findet man ihn jedoch immer in der Nähe von irgendwelchen Bahnhöfen im Raum Ostwürttemberg. Denn dort sind seine Einnahmen noch um einiges höher, dank der reisenden Fußballfans.

Sein eigener Chef

Auf die Frage, wie lange er den Job, den er seit 2002 macht, noch ausüben will, antwortet er, dass dies noch nicht absehbar sei. „Ich habe vor, mir dieses Jahr einen größeren Verkaufswagen zu kaufen und den jetzigen, der so etwas wie meine zweite Heimat ist, zu verkaufen, um meinen Kunden mehr bieten zu können.“ Der Imbissverkauf sei eine Arbeit, die ihm Spaß mache und auch seitens der Einnahmen sehr lohnenswert sei. Außerdem sei er sein eigener Chef.

„Er ist der Hygienischste“

Durch seine freundliche und offene Art ist der 1,80 Meter große Mann vor allem bei seinen jüngeren Kunden beliebt. Auch der saubere Kochplatz erweckt das Vertrauen der Kunden. „Er ist der hygienischste und reinlichste Mann, den ich kenne“, ruft eine zarte weibliche Stimme aus der anderen Ecke des Wagens. Die schlanke junge Frau mit den langen schwarzen Haaren ist seine Tochter Janine, die gerade von der Schule gekommen ist und schon die nächsten Kunden bedient.

„Es lief jedoch nicht immer so gut wie jetzt“, sagt Thorsten Helmer und schaut stolz auf die Gruppe der zufrieden essenden Menschen. Die ersten zwei Wochen waren die schlimmsten. „Ich hatte einen Standplatz, an dem eigentlich kaum jemand vorbeikam.“ Erst als er auf sich aufmerksam machte, kamen die Kunden, um sich ihre Pommes und Würste bei ihm zu kaufen.

Fettleibig in Deutschland

Aber kann ein Mensch stolz darauf sein, wenn er Geld dafür bekommt, dass er Fast-Food verkauft? Diese Frage ist Thorsten Helmer schon gewohnt. Vor allem in letzter Zeit, wo das Problem der Fettleibigkeit in Deutschland diskutiert wird, ist es schwer für den Single-Mann, mit seiner Meinung zu überzeugen: „Jeder hat das Recht, das zu essen, was er will.“ Gegen 20 Uhr schließt sich das Verkaufsdach des Wagens, und er fährt mit seiner Tochter zurück nach Geislingen, um zu Hause den Wagen bereit für den nächsten Tag zu machen.

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