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Kleine Fische, Teil 32 Shimon ist wieder da

10.02.2009 ·  Pia trifft Denny im Park, endlich soll sie Kater Shimon wieder bekommen. Aber dann scheint es sich Denny doch wieder anders zu überlegen. Letzter Teil des Fortsetzungsromans von Martina Wildner.

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Pia, Denny, Sara und Nick sind die vier Helden des Romans „Kleine Fische“, der die Abenteuer der Jugendlichen im Großstadtsommer schildert. Mit vier unterschiedlichen Stimmen erzählt Autorin Martina Wildner die Geschichte der jungen Leute, deren Wege sich auf seltsame Weise kreuzen.

Pia lehnte sich zurück. Im Moment war sie heilfroh, dass sie Josephine und Eliza hatte. Die lenkten sie wenigstens ab. Ihre ganze Hoffnung lag jetzt bei diesem Denny. Wenn das aber der war, der dieser Sara die Katze geklaut hatte, dann wollte er bestimmt Geld. Na, mal sehen. Pia guckte auf die Uhr. Fünf nach zwei. Josephine kletterte zum zehnten Mal auf die Parkbank, nur um wieder davon herunterzuhüpfen. Pia sah einen Jungen mit viel zu großem T-Shirt und viel zu weiter Hose auf sie zukommen. Er trug einen geflochtenen Korb mit Deckel.

„Bist du die mit der Katze?“, fragte er, als er das Rondell erreicht hatte. - „Ich bin die ohne Katze. Aber eigentlich ist Shimon ja ein Kater.“ Der Junge setzte sich. „Ich hab ihn Karlchen genannt“, erklärte er und öffnete vorsichtig den Deckel. Pia lugte hinein. „Ist er das?“, fragte er. Sie nickte. Ja, vermutlich war er es. Der Junge schloss den Korbdeckel wieder: „Und?“, fragte er. - „Was und?“ - „Krieg ich jetzt Finderlohn?“ - „Davon stand nichts auf dem Zettel.“ - „Das nicht. Ist aber trotzdem nett von mir, dass ich den Kater zurückgebe, oder? Ich mein, ich könnte ihn auch an ein Labor verkaufen oder so.“

„Das ist der böse Nachbar“

Pia schloss die Augen. „Du bist doch so krank, ey“, flüsterte sie. - „Ich kann auch wieder gehen“, sagte der Junge. Er stand auf und nahm den Korb. „Nicht!“, rief Pia und zog an seinem T-Shirt. Er drehte sich um. „Lass mich los, du Fotze.“ - „Das ist keine Fotze“, sagte Josephine und wandte sich an Denny. „Du bist eine Fotze.“ Dann sagte sie zu Pia. „Das ist nämlich der böse Nachbar. Der, der Papa verprügeln wollte.“

Pia hob die Brauen. Paul, der Papa von Josephine und Eliza, hatte von der Geschichte erzählt. „Das bin gar ich gar nicht“, sagte Denny tonlos. „Da war mein Bruder schuld, aber der ist jetzt tot.“ Er ließ die Schultern hängen. Dann streckte er mechanisch den Arm aus und stellte den Korb auf die Bank. „Da“, sagte er. Dann lief er davon.

Die bisherigen Folgen sind hier nachzulesen: Fortsetzungsroman „Kleine Fische”

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
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