03.02.2009 · Teil 31 des Fortsetzungsromans von Martina Wildner.
Pia, Denny, Sara und Nick sind die vier Helden des Romans „Kleine Fische“, der die Abenteuer der Jugendlichen im Großstadtsommer schildert. Mit vier unterschiedlichen Stimmen erzählt Autorin Martina Wildner die Geschichte der jungen Leute, deren Wege sich auf seltsame Weise kreuzen.
Mit dem Helm von Gregor Rose ging alles besser. Nick konnte Slalom in Schrittgeschwindigkeit, Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung und den Ausweichhaken. Er war prüfungsreif. Stolz stieg er vom Motorrad und verabschiedete sich von Herrn Rutkowsky, seinem Fahrlehrer.
Als er sich umwandte, stand sie plötzlich vor ihm: Die Tussi. „Nee, das gibt's nicht“, sagten beide fast gleichzeitig. Das Mädchen, das heute gar so wie eine richtige Tussi wirkte, machte ein erschrecktes Gesicht. „Mann“, sagte sie, „ich glaub, ich bin in einem Horrorfilm.“
Und dann erzählte sie ihm alles. Von Carlos und der Festnahme und dass man sie wieder gehen lassen hatte. „Aber das Schärfste ist“, schloss sie, „dass du aussiehst wie er. Echt.“ Nick lachte. „Soll ich dir erzählen, was mir passiert ist?“ Stell dir vor, ich ...“ In diesem Augenblick läutete das Handy der Tussi. Ich weiß noch nicht mal ihren Namen, dachte Nick. „Ja!“ rief sie in ihr Handy. „Was, du bist es, Anne? Mann, ich kann jetzt nicht ... Was willst du mir geben? ... Die Fotos? ... Du hast sie die ganze Zeit über gehabt? Aber ...“ Sie brach ab. „Wie heißt du eigentlich?“, fragte Nick in die Pause. „Sara“, sagte sie leise.
„Sara?“, fragte Nick und wollte etwas sagen, doch Sara sprach schon wieder mit ihrer Freundin am Telefon: „Ach so, das hab ich nicht mitgekriegt, weißt du, bei mir hier ging alles drunter und drüber ... aber egal, Hauptsache, die Fotos sind da. Ich komm gleich bei dir vorbei und erzähl dir alles!“ Sie legte auf. „Tut mir leid jetzt“, wandte sie sich an Nick. „Ich muss gleich weiter zu meiner Freundin. Aber echt witzig! Du hast einen Doppelgänger, hihihi.“ Kichernd entfernte sich Sara. Nick war jetzt wieder ganz sicher, dass sein erster Eindruck gestimmt hatte: Bei Sara handelte es sich um eine Tussi. Eine Tussi ersten Grades. Er dachte an Pia. Die war doch eigentlich ganz nett.
Die bisherigen Folgen sind hier nachzulesen: Fortsetzungsroman „Kleine Fische”