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Kleine Fische, Teil 30 Pit ist tot

27.01.2009 ·  Dennys Bruder Pit ist überfahren worden. Seine Mutter weint sich die Augen aus dem Kopf, Denny kann nicht heulen. Er weiß nur, dass er nun den Kater nicht mehr ans Labor verkaufen kann. Aber was soll er dann tun? Teil 30 des Fortsetzungsromans von Martina Wildner.

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Pia, Denny, Sara und Nick sind die vier Helden des Romans „Kleine Fische“, der die Abenteuer der Jugendlichen im Großstadtsommer schildert. Mit vier unterschiedlichen Stimmen erzählt Autorin Martina Wildner die Geschichte der jungen Leute, deren Wege sich auf seltsame Weise kreuzen.

Die Mutter heulte seit Stunden. Denny heulte nicht. Er konnte nicht. Er konnte nur da sitzen. Pit war tot.
Erst hatte er den Bullen kein Wort geglaubt. Sie sagten, Pit sei verunglückt. Überfahren. Vom Auto. Das war doch nicht möglich. Pit starb doch nicht an so etwas. An Drogen vielleicht oder an Verblödung oder an beidem zusammen, aber doch nicht an einem Unfall, für den er gar nichts konnte!

Denny betrachtete das Wohnzimmer. Die Mutter hatte aufgeräumt, aber die Spuren der Verwüstung waren noch zu sehen. Man hatte bei Pit die Lose gefunden 870 Euro und Drogen. Pit war wirklich tot. Die Mutter würde jetzt wieder ein eigenes Schlafzimmer haben und er, Denny, vielleicht Taschengeld bekommen. Gleich darauf schämte er sich für diesen Gedanken und dachte an seine Mutter. Pit war mal ein kleines Baby gewesen, ein kleines unschuldiges Baby. Ihr Baby. Und deswegen weinte sie jetzt so.

Jemand vermisst doch den Kater

Denny schlich in sein Zimmer und wollte sich aufs Bett legen. Doch da saß schon jemand und funkelte ihn mit gelblichen Augen an. „Karlchen“, murmelte Denny. Er fühlte sich vollkommen kraftlos. Was in aller Welt sollte er nur mit diesem bescheuerten Kater tun? Er konnte ihn doch nicht an ein Labor verkaufen. Er gehörte doch jemanden, jemanden, der ihn vielleicht vermisste. So wie die Mutter Pit. Naja, vielleicht nicht ganz so, Karlchen war ja nur ein Tier. Trotzdem.

Denny griff nach dem Suchzettel, den er von einem der Laternenpfähle abgerissen hatte, und ging damit hinaus zu einem öffentlichen Fernsprecher. Er wählte. Ein Anrufbeantworter meldete sich. Nach dem Piepton räusperte sich Denny und sprach aufs Band: „Hier ist Denny ... ich wollte bloß sagen, dass ich Ihre Katze, das heißt, Ihren Kater gefunden habe. Leider bin ich telefonisch im Moment nicht zu erreichen. Ich schlage vor, dass wir uns ... äh ... morgen Nachmittag um 14 Uhr im Park beim großen Rondell treffen. Ich bringe die Katze mit ... äh ... nein, den Kater. Tschüss.“

Die bisherigen Folgen sind hier nachzulesen: Fortsetzungsroman „Kleine Fische”

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
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