20.01.2009 · Carlos, Carlos, Carlos ist so ziemlich alles, was Sara noch denken kann. Aber immer wieder verschwindet er, nimmt seine Kamera und einen Beutel mit. Für den interessiert sich auch noch ungebetener Besuch. Teil 29 des Fortsetzungsromans von Martina Wildner.
Pia, Denny, Sara und Nick sind die vier Helden des Romans „Kleine Fische“, der die Abenteuer der Jugendlichen im Großstadtsommer schildert. Mit vier unterschiedlichen Stimmen erzählt Autorin Martina Wildner die Geschichte der jungen Leute, deren Wege sich auf seltsame Weise kreuzen.
Natürlich hatte sie dieser Pia zunächst geglaubt, doch jetzt saß Sara in ihrem Liegstuhl und starrte in den Abendhimmel: Und wenn alles ganz anders war? Wenn Pia gar nicht die Nachbarin war, die die Blumen goss? Wenn sie eine miese Stalkerin war, die von Ella Hendriks Wohnung Besitz ergriffen hatte? Sie zog ja sogar deren Kleider an. Womöglich klaute sie am Ende alles?
Doch bevor Sara weiter darüber nachdenken konnte, läutete es an ihrer Wohnungstür. Carlos, dachte sie und ihr wurde heiß. Carlos!
Wieder stellte er seinen blauen Koffer bei ihr ab. Wieder küsste er sie leidenschaftlich, doch dann erklärte er, er habe zu tun und müsse noch mal weg. Er entnahm seinem Koffer eine Digicam und einen kleinen Beutel und ging. Nach einer halben Stunde kehrte er zurück und küsste Sara noch leidenschaftlicher. Sara zog ihre Bluse aus und griff nach seinem T-Shirt. Doch er sagte: „Jetzt nicht, ich muss noch mal weg ...“ und verließ die Wohnung erneut.
„Guten Tag, Kriminalpolizei“
„Was machst du eigentlich die ganze Zeit da draußen?“, fragte Sara, als er eine halbe Stunde später wieder bei ihr war. Carlos lächelte. „Ich bin Location-Scout und fotografiere die Gegend.“ Er küsste Sara wieder und tastete nach ihrem Slip. „Du bist das Heißteste, was ich je hatte. Aber ich muss leider noch mal los.“ Er strich ihr über die Wangen. „Ein letztes Mal.“ Sara seufzte, doch sie nahm es hin, denn er war immerhin ein Location-Scout. So jemand arbeitete für den Film und das wollte sie auch! Sicher hatte er Kontakte!
Ach Carlos! Sara wurde bei dem Gedanken an ihn schwindlig. Aber warum rannte er immer wieder fort? Und wieso fotografierte er nicht tagsüber? Sara ging zu seiner Tasche und zog vorsichtig den Reißverschluss auf. In diesem Augenblick läutete es an der Tür. Sara drückte auf den Türöffner. Sie hörte schnelle Schritte, Schritte von mehreren Männern. Dreißig Sekunden standen sie vor ihrer Tür: „Guten Tag, Kriminalpolizei.“
Die bisherigen Folgen sind hier nachzulesen: Fortsetzungsroman „Kleine Fische”