Home
http://www.faz.net/-gv0-x5dx
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kleine Fische, Teil 28 Nasenbluten

12.01.2009 ·  Endlich sind Nick und Pia zusammen und kommen sich näher - da fängt Nicks Nase an zu bluten. Auf Pias Kleid und das Sofa. Und dann kommt auch noch die Frau vorbei, die die Katze gesucht hat. Teil 28 des Fortsetzungsromans von Martina Wildner.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Pia, Denny, Sara und Nick sind die vier Helden des Romans „Kleine Fische“, der die Abenteuer der Jugendlichen im Großstadtsommer schildert. Mit vier unterschiedlichen Stimmen erzählt Autorin Martina Wildner die Geschichte der jungen Leute, deren Wege sich auf seltsame Weise kreuzen.

Es war wie verhext. Nachdem Pia endlich fertig telefoniert hatte, war sie auf die Terrasse gekommen und hatte sich neben Nick auf den Liegestuhl gesetzt. Er hatte den Arm um sie gelegt, doch als er sie küssen wollte, passierte es: Er bekam Nasenbluten - und das Blut tropfte auf Pias Kleid, auf die Polster und auf den Boden.

Nun hockte Nick im Bad und kühlte seine Stirn. Kleid und Polster hatte er in kaltem Wasser eingeweicht. Die Flecken blieben aber hartnäckig. Und jetzt wollte auch noch die Frau wegen der Katze vorbeikommen, obwohl sie sie doch gar nicht mehr hatte! Überhaupt schien dieses Vieh zehnmal wichtiger als er zu sein!

Das ist doch krank

Nick äugte hinaus und sogleich schoss ihm wieder das Blut aus den Nasenlöchern: In der Tür stand die Tussi. Die, die ihn neulich so angemacht hatte. Nick presste sich wieder da Handtuch vor die Nase. Da stand sie und sagte: „Das gibt's doch nicht! Das ist doch die Wohnung von Ella Hendrik!“ Sie wartete keine Antwort ab: „Ich war hier nämlich schon mal auf einer Party, als Ella ihren letzten Film gedreht hatte. Bist du die Haushälterin?“- „Nein, ... die ... äh .... Tochter.“ Die Tussi musterte Pia kritisch, dann betrat sie die Wohnung und sah sich kurz um: „Von Ella?“, fragte sie. „Ella Hendrik hat doch gar keine Kinder. Meine Mutter ist mit ihr seit Jahren befreundet.“

Den Rest verstand Nick nicht mehr, denn Pia und die Tussi verschwanden im Wohnzimmer. Er kehrte ins Bad zurück, wischte sein Gesicht sauber und kühlte noch einmal seine Stirn. Dann ging er Richtung Wohnzimmer, im Mund immer noch den süßlichen Geschmack von Blut. Kurz vor der Tür blieb er stehen. Er hörte Pia schluchzen: „Nein, ich bin nicht die Tochter. Ich gieße hier nur die Blumen. Dabei ist mir der Kater entwischt ... ich ... ich ...“ Wieder ein Schluchzer. Das ist doch krank, dachte Nick. Gibt sich als Tochter einer Schauspielerin aus! Er nahm seine Jacke und verließ lautlos die Wohnung.


Die bisherigen Folgen sind hier nachzulesen: Fortsetzungsroman „Kleine Fische”

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel