23.12.2008 · Denny hat Sara den Korb mit der Katze einfach aus der Hand gerissen. Er will sie an einen Händler verkaufen und damit ein bisschen Geld verdienen. Aber der Kater benimmt sich nicht wie vorgesehen. Teil 26 des Fortsetzungsromans von Martina Wildner.
Pia, Denny, Sara und Nick sind die vier Helden des Romans „Kleine Fische“, der die Abenteuer der Jugendlichen im Großstadtsommer schildert. Mit vier unterschiedlichen Stimmen erzählt Autorin Martina Wildner die Geschichte der jungen Leute, deren Wege sich auf seltsame Weise kreuzen.
Im Korb raschelte es, dann hörte Denny ein leises Maunzen. Er rieb sich die Hände. Das hätte geklappt. Jetzt brauchte er nur die Nummer von dem Tierhändler und die hatte Sven. Oder vielmehr Svens Bruder.
Denny investierte dreißig Cent in ein Telefongespräch von einem öffentlichen Fernsprecher. Drei Minuten später hatte er die Nummer. Sven hatte sie jedoch nur herausgerückt, nachdem ihm Denny zwanzig Prozent vom Gewinn versprochen hatte. Vom Gewinn! Da ging ja vorher noch allerhand ab: Die 30 Cent für das Telefongespräch, 2,10 Euro für die Fahrkarte (Denny durfte nicht mehr Schwarzfahren, denn er war schon zwei Mal erwischt worden) noch mal 30 Cent für das Telefonat mit dem Händler und dann noch mal 2,10 Euro für eine eventuelle zweite Fahrt. Und dann war da noch das Katzenfutter. Das war ganz schön teuer. Was blieb denn da noch übrig? Es war zum Verzweifeln.
Immerhin blieb Pit weiterhin verschwunden. Wahrscheinlich hatte er den Fernseher und die Handys zu Geld gemacht und sich längst in die Karibik abgesetzt. Sollte er doch da bleiben!, dachte Denny und überlegte, was ein Händler wohl für so eine Katze zahlte. 30 Euro? Oder gar 100 Euro? Denny hatte keine Ahnung. Er schlurfte zum Kühlschrank, holte eine Tüte Milch heraus und goss sie in eine flache Schale. Dann öffnete er vorsichtig den Deckel des Korbes.
Die Katze - oder der Kater - hatte offenbar darauf gewartet, und sprang Denny ins Gesicht. Von dort aus machte sie einen Satz auf den Boden und raste wie der Blitz aus dem Zimmer. Denny rannte hinterher. Doch sie war schon verschwunden. Es war jetzt ganz still in der Wohnung.
Denny ging langsam durch jedes Zimmer. Immer wieder lauschte er und immer wieder machte er: „Pssss pssss pssss.“ Der Kater blieb in seinem Versteck. Denny suchte gründlicher. Kein Kater. Erschöpft ließ er sich auf den Stuhl fallen. In diesem Augenblick läutete es an der Tür. Denny öffnete. Es war die Polizei.
Die bisherigen Folgen sind hier nachzulesen: Fortsetzungsroman „Kleine Fische”