16.12.2008 · Der Besitzer des Katers meldet sich bei Sara. Sie soll ihn im Park treffen. Aber was dann geschieht, macht sie doch ziemlich misstrauisch, ob sie dem Kerl wirklich Sheeva übergeben soll. Teil 25 des Fortsetzungsromans von Martina Wildner.
Pia, Denny, Sara und Nick sind die vier Helden des Romans „Kleine Fische“, der die Abenteuer der Jugendlichen im Großstadtsommer schildert. Mit vier unterschiedlichen Stimmen erzählt Autorin Martina Wildner die Geschichte der jungen Leute, deren Wege sich auf seltsame Weise kreuzen.
Carlos konnte echt küssen! Und er konnte noch viel mehr. Jetzt war er weg - und der blaue Koffer auch.
Sara setzte die Katze in einen geflochtenen Einkaufskorb mit Deckel. Schade eigentlich. Aber ein Junge hatte gleich, nachdem sie den Zettel an alle Stromkästen und Laternenpfähle geklebt hatte, bei ihr angerufen. Es sei die Katze seiner Mutter. Er wolle Sara im Park treffen. Sie sah auf die Uhr. Noch zehn Minuten. Rasch hörte sie den Anrufbeantworter ab. Anne schon wieder. Sagte wieder, sie habe etwas für Sara. Aber Sara hatte kein Lust auf Anne. Die war schließlich an allem schuld.
Eine Viertelstunde später stand Sara mit dem Korb im Park, an der großen Blumenrabatte. Es war heiß, die Mittagsonne blendete. Plötzlich tippte ihr jemand auf die Schulter. Sara fuhr herum. Ein Junge in einem viel zu großen T-Shirt und viel zu weiter Hose stand vor ihr. Er mochte vierzehn sein, vielleicht auch jünger. „Bist du die mit der Katze?“, fragte er.
„Ja, bin ich.“ Sara musterte den Jungen von oben bis unten. Ein Proll. Und so jemand hatte eine Perserkatze?
„Du vermisst also deine Katze“, sagte Sara zögernd.
„Nicht ich, sondern meine Mutter.“
„So. Kannst du dich ausweisen?“, fragte Sara. Sie wurde immer misstrauischer.
„Wie?“, fragte der Junge.
„Ob du nen Ausweis hast. Oder noch besser: Ob du irgendwie beweisen kannst, dass deiner Mutter die Katze auch wirklich gehört.“
„Klar kann ich.“ Der Junge grinste und hielt ein Glöckchen hoch. „Das gehört Peterle.“
„So. Peterle heißt sie.“ Immerhin wusste er offenbar, dass Sheeva ein Kater war. Trotzdem zögerte Sara. Sie glaubte dem Jungen nicht recht.
„Willst du den Kater mal sehen?“, fragte sie. „Ist ja gar nicht sicher, ob es deine Katze ist.“ Sara öffnete vorsichtig den Korb. Sheeva streckte den zotteligen, grauen Kopf heraus.
„Ja, ja, das ist er“, sagte der Junge. Dann entriss er Sara den Korb und rannte davon.
Die bisherigen Folgen sind hier nachzulesen: Fortsetzungsroman „Kleine Fische”