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Kleine Fische, Teil 16 Ganz ohne Handy

08.10.2008 ·  Pia sucht noch immer nach Shimon, dem Kater, auf den sie eigentlich aufpassen sollte. Dann streikt auch noch ihr Handy. Wie soll sie jetzt Nick erreichen? Teil 16 des Fortsetzungsromans von Martina Wildner.

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Pia, Denny, Sara und Nick sind die vier Helden des Romans „Kleine Fische“, der die Abenteuer der Jugendlichen im Großstadtsommer schildert. Mit vier unterschiedlichen Stimmen erzählt Autorin Martina Wildner die Geschichte der jungen Leute, deren Wege sich auf seltsame Weise kreuzen.

Nervös betrat Pia Ella Hendriks Wohnung. Doch die Anspannung wich gleich der Enttäuschung. Shimon war nicht zurückgekommen, obwohl Pia die Balkontür einen Spalt offen gelassen hatte. Dabei hatte sie sich wirklich Hoffnungen gemacht. Shimon hing doch so an seinem Zuhause! Mehr als an seinem Frauchen jedenfalls, denn Ella Hendriks Abwesenheit hatte ihn noch nie gestört.

Pia hörte den Anrufbeantworter ab. Auch nichts. Niemand hatte sich auf den Suchzettel hin gemeldet. Pia ließ sich kraftlos aufs Sofa fallen. Alles lief verquer. Das fing schon bei der Telekommunikation an: Bei ihrem eigenen Handy war die Karte leer, Mama schleppte ihres immer mit sich herum, das Festnetz hatten sie abgeschafft. Pia hatte also kein Telefon zur Verfügung, und das war auch der Grund gewesen, warum sie Ella Hendriks Nummer auf dem Zettel hatte angeben müssen, auch wenn ihr das gar nicht geheuer war.

Er ging nicht ans Telefon

Und dann war da noch die Sache mit diesem Nick. Der hatte ihr zwar seine Telefonnummer gegeben, was wunderbar war, fast grandios, aber auch hier stand sie vor demselben Problem: Sie hatte kein Telefon. Pia fühlte sich wie amputiert. Das Leben ohne Telefon zu meistern, war praktisch unmöglich. Und da gab es doch tatsächlich Leute, die hatten mehrere Handys und einen Festnetzanschluss! Mit Flatrate! So wie Ella Hendrik. Ja genau. Dann würde sie Nick eben von deren Anschluss aus anrufen, ganz einfach. Pia erhob sich entschlossen, zog die Sofadecke glatt und ging dann zum Telefon.

Sie holte den kleinen gelben Zettel aus ihrem Geldbeutel und tippte Nicks Nummer ein. Sie hielt die Luft an. Was wollte sie eigentlich sagen? Es ertönte das Freizeichen. Egal, irgendwas, dass sie sich eben mal melden wollte, sie sei das Mädchen aus dem Schwimmbad. Wieder das Freizeichen und noch mal und noch mal, dann ging der Anrufbeantworter ran. Damit hatte Pia merkwürdigerweise am allerwenigsten gerechnet. Sie legte auf.


Die bisherigen Folgen sind hier nachzulesen Fortsetzungsroman „Kleine Fische”.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
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