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Wo liegt Badral? Teil 24 Das Verhör

28.07.2009 ·  Als Fred aus dem Berg herausgekrochen kam, ist er im Libanon gelandet. Grenzsoldaten haben ihn festgenommen und wollen wissen, woher er kommt. Aber seit er den falschen Koffer genommen hat, hat Fred auch nur einen falschen Ausweis.

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Auf der Reise zu seinem Onkel nach Damaskus wird Freds Gepäck vertauscht. Im fremden Koffer findet der 16-Jährige einen Pass aus dem Land Badral, darin das Bild eines Jungen, der aussieht wie er selbst. Wo aber liegt Badral?

Die Grenzbeamten lachten sich über meinen Ausweis zunächst halbtot. Dann schubsten mich in den Jeep, und fuhren mit mir in die nächste größere Stadt. Dort sperrten sie mich erst mal ein. Immerhin bekam ich ein Stück Brot und Tee.

Nach einer Weile holten sie mich wieder heraus und führten mich ihrem Hauptmann vor. Der war ein kräftiger Typ mit Saddam-Hussein-Schnurrbart. Auch er lachte, als er meinen Ausweis sah, stutzte aber bei meinem Geburtstort.

Zarqa sei eine Stadt in der Nähe von Amman, sagte er. „Bist du Jordanier?“
„Nein, eher Syrer.“
„Was heißt eher?“ Ich zögerte.
Einer der beiden Grenzer, die mich festgenommen hatten, antwortete: „Nie im Leben ist der Syrer. Der kann ja nicht mal ordentlich Arabisch.“
Der Schnurrbärtige sah mich finster an. „Wo kommst du her?“
„Aus Deutschland.“
„Ha! Das sagen sie alle und denken, sie könnten sich dadurch bei uns beliebt machen.“ Er wandte sich den anderen zu und sprach leise mit ihnen.
„Wirklich!“, rief ich, „ich bin Deutscher!“, und fing an, auf Deutsch zu sprechen.
Die Beamten lachten sich wieder krumm und bucklig. „Willst du uns veräppeln?“, fuhr mich der Schnurrbärtige an. „Ein bisschen ach-lach-mach-doch-noch-scheiße reden und uns glauben machen, das sei Deutsch?“ Er dehnte das Wort Scheiße ziemlich in die Länge und sprach das scharfe S stimmhaft aus.
„Ich spreche Deutsch. Ich bin Deutscher!“, schrie ich verzweifelt. Aber natürlich war mir sonnenklar: Ohne meinen dunkelroten Reisepass war ich niemand. Ich konnte genauso gut aus Kasachstan kommen. Der Schnurrbärtige warf mir nur einen spöttischen Blick zu und ließ mich mit den beiden jungen Grenzern allein. Die begannen zu rauchen und boten mir Zigaretten an. Ich bekam auch Kaffee.
Nach einer halben Stunde kam der Schnurrbärtige zurück. Er sagte zu mir: „Du bist ein israelischer Spion.“

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