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Wo liegt Badral? Teil 23 Im Libanon

21.07.2009 ·  Die Dunkelheit um ihn herum ist beängstigend, aber Fred hört nicht auf zu graben und findet tatsächlich einen Ausgang aus seinem Verlies. Aber als er endlich ins Freie gelangt, ist dort nichts so, wie er es erwartet hat.

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Auf der Reise zu seinem Onkel nach Damaskus wird Freds Gepäck vertauscht. Im fremden Koffer findet der 16-Jährige einen Pass aus dem Land Badral, darin das Bild eines Jungen, der aussieht wie er selbst. Wo aber liegt Badral?

Mit der Zeit schmerzte die Dunkelheit nicht nur, sie machte mich auch verrückt. Vielleicht war es auch der Durst. Inzwischen war ich felsenfest davon überzeugt, dass die Welt einen Knacks bekommen hatte. Nichts passte mehr zusammen.

Das waren meine letzten Gedanken, dann hörte ich zu denken auf. Ich wollte nur noch einen Ausgang finden.

Meine Hände wurden wund vom vielen Graben. Ich war nahe daran, aufzugeben und nur noch zu warten. Doch endlich, endlich ertastete ich in der Wand einen Spalt. Ich kroch hinein und gelangte so wieder in eine Art Gang. Schließlich, nach sehr, sehr langer Zeit, wurde es um mich heller. Ich trat aus dem Berg heraus. Das Licht blendete mich, alles war weiß.

Kein Wunder, es hatte geschneit. Ich griff mit den Händen in den Schnee und fraß ihn auf. Mir war bewusst, dass ich den Berg an einer anderen Stelle verlassen hatte. Es gab hier keine Nibal, die vor dem Eingang hockte, und kein Dorf, auch keine Straße. Ich begann den Abstieg.

Nach mehreren Stunden Marsch erreichte ich eine menschliche Siedlung. Das Wort „menschlich“ zu betonen ist mir wichtig, denn ich war mir keineswegs sicher, noch auf der Erde zu sein. Genauso gut hätte ich auf Beteigeuze oder Aldebaran herumstapfen können. Oder im Himmel, bei irgendeinem Gott. Aber mir kam tatsächlich ein Mensch auf einem Moped entgegen. Er sah aus wie die Leute in Syrien, und er grüßte wie die Leute in Syrien. Das beruhigte mich. Pfeifend ging ich weiter. Ein weißer Peugeot überholte mich, schließlich ein abgewrackter Chrysler. Dann rollte plötzlich ein Geländefahrzeug auf mich zu. Drei Männer in Uniform sprangen heraus und verlangten nach meinem Ausweis. Das hatte ich am allermeisten gefürchtet. Und natürlich passierte auch genau das, was ich noch mehr fürchtete: Ich wurde festgenommen. Von libanesischen Grenzbeamten.

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