14.07.2009 · Freds Kindheit war überschattet vom Tod seines Bruders. Während die Eltern in ihrer Trauer allein bleiben, schließt Fred neue Freundschaften, geht aus, nimmt Pillen, raucht Haschisch. Bis die Polizei vor seiner Tür steht.
Auf der Reise zu seinem Onkel nach Damaskus wird Freds Gepäck vertauscht. Im fremden Koffer findet der 16-Jährige einen Pass aus dem Land Badral, darin das Bild eines Jungen, der aussieht wie er selbst. Wo aber liegt Badral?
Als Kind war ich so oft krank, dass meine Mutter die Arbeit aufgeben musste. Erst als ich zur Schule kam, wurde es besser. Aber da war sie längst nicht mehr Landestrainerin.
Vergeblich versuchte sie mir das Schwimmen beizubringen, aber ich war ganz und gar unbegabt und zu oft erkältet. Erst mit acht lernte ich Schwimmen. Ich erinnere mich noch genau, als ich eines Tages aus dem Schwimmbad kam und mein Abzeichen für den Freischwimmer herausholte. Ich hatte sehr viel geübt und war wirklich stolz. Zu meiner Überraschung war die ganze Familie anwesend. Ich freute mich, aber alle sahen mich mit starren Mienen an. Was war los? Hatte ich schon wieder was falsch gemacht? Dann begann meine Mutter zu weinen, mein Vater sagte: „Georg ist tot.“
Von da an interessierte sich mein Vater gar nicht mehr für mich, er zog mehr oder weniger ins Krankenhaus. Meine Mutter gründete einen Club für verwaiste Eltern und ging ganz und gar in ihrer neuen Vereinstätigkeit auf. Ich war ein bleicher, stiller Junge. Trotzdem waren alle Mädchen in mich verliebt. Vielleicht wegen meiner Augen, vielleicht weil ich gut malen konnte. Das mögen die Mädchen. Vielleicht mögen sie auch Träumer.
Mit Zwölf hatte ich meine erste Freundin. Sie war dreizehn. Mit ihr rauchte ich meinen ersten Joint. Meine nächste Freundin schmuggelte mich in die coolsten Clubs. Wir nahmen jede Menge Pillen. Niemand merkte was. Bis eines Tages die Polizei bei uns anrief.
Mein Vater war damals schon länger auf seinem komischen Back-to-the-Roots-Trip. Er kaufte syrische Antiquitäten, machte Familienforschung und abonnierte Al-Ayyam, eine palästinensische Tageszeitung. Ich war froh, dass wir Christen waren, denn sonst hätte er bestimmt in der Wohnung Gebetsteppiche auszurollen begonnen. So kam er auch auf die Idee, mich nach Damaskus zu schicken.