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Wo liegt Badral? Teil 21 Der Vater

07.07.2009 ·  In seiner dunklen Grube denkt Fred über seine Familie nach: Seinen arroganten und intelligenten Vater, der seinem verstorbenen Bruder so ähnelt. Fred dagegen hat immer schlechte Noten. In seiner Familie sei immer alles gut gegangen - bis er auf die Welt kam.

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Auf der Reise zu seinem Onkel nach Damaskus wird Freds Gepäck vertauscht. Im fremden Koffer findet der 16-Jährige einen Pass aus dem Land Badral, darin das Bild eines Jungen, der aussieht wie er selbst. Wo aber liegt Badral?

Obwohl ich es nicht wollte, tat ich es doch: Nach weiteren Stunden in der Dunkelheit dachte ich über meinen Vater nach.

Mein Vater ist ein Ekel, tut mir leid, anders kann man das nicht sagen. Er ist Chefarzt in der Uniklinik, verwechselt sich öfter mal mit Gott und terrorisiert mit seiner Arroganz das Pflegepersonal und die Assistenzärzte genauso wie meine Mutter und mich. Er ist leistungsorientiert, pünktlich bis zur Zwanghaftigkeit und sehr, sehr intelligent. Ja, intelligent ist er wirklich, aber genau das ist das Problem. Ich bin nicht intelligent, meine Mutter auch nicht, eigentlich niemand. Mit der Intelligenz hat mein Vater, was mich betrifft, sicher recht. Ich bin oft unkonzentriert und träume sinnlos vor mich hin. Manchmal kriege ich dann gar nichts mehr von meiner Umwelt mit. Natürlich habe ich schlechte Noten. Dafür kann ich malen, aber das interssiert ja niemanden. Und dann gibt es noch Georg, meinen toten Bruder. Georg wäre jetzt vierundzwanzig und sicher schon Chirurg wie mein Vater. Er strarb nach dem Abitur an einem angeborenen Herzfehler, von dem niemand gewusst hatte. Komisch, in einer Arztfamilie. Mein Bruder hatte einen Abischnitt von 1,0.

Die Familie meines Vaters wurde 1967 aus den Golanhöhen vertrieben und siedelte sich in Damaskus an. Mein Vater begann 1980 ein Medizinstudium in Damaskus, war immer der Beste und ging 1983 nach Leipzig. Dort lernte er meine Mutter kennen, eine erfolgreiche Schwimmerin. Sie heirateten sofort, dann kam Georg. Mein Vater fing im Krankenhaus an. Zurück nach Syrien wollte er um keinen Preis. Er ist der geborene Deutsche und sein Sohn Georg war ein Wunderkind. Nach der Wende wurde es noch besser. Meine Mutter wurde Landestrainerin, mein Vater Oberarzt. So sieht es aus bei uns.

Das Unglück begann erst mit meiner Geburt.

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