28.04.2009 · Fred begibt sich auf die Suche nach Professor Shekri. Er hofft von ihm weitere Informationen über das geheimnisvolle Land zu bekommen.
Auf der Reise zu seinem Onkel nach Damaskus wird Freds Gepäck vertauscht. Im fremden Koffer findet der 16-Jährige einen Pass aus dem Land Badral, darin das Bild eines Jungen, der aussieht wie er selbst. Wo aber liegt Badral?
Professor Shekri war sicher ein Dozent an der Universität, dachte ich. Das war grundsätzlich die richtige Idee, auch gelangte ich rasch dorthin. Doch dann wusste ich nicht recht weiter. Ich fragte siebzehn verschiedene Studenten und wurde in siebzehn verschiedene Institute geschickt. Ich fand dort unter anderem Professor Shakkari, Professor Al-Sharqi und Professor Shaqlawi.
Schließlich landete ich im Institut für Arabische Sprachen. Eine Studentin mit dunklen, samtigen Augen führte mich in ein kleines Zimmer, das bis unter die Decke mit Büchern gefüllt war. An einem wackligen Tisch saß in ein Buch vertieft ein dicker Mann. Auf seiner Glatze standen Schweißtröpfchen, sein Hemd war speckig. „Das ist Professor Shekri“, flüsterte die Studentin und verschwand.
„Ja bitte?“, fragte er und sah auf. „Äh...“ stotterte ich und beschloss gleich zur Sache zu kommen. „Man hat mir gesagt, sie seien ein Spezialist für ... äh ... verschwundene Länder, Ustad.“
Der Professor lachte leise. „In erster Linie bin ich Professor für Safaitisch. Verschwundene Länder sind nur mein Hobby. Um was geht es?“
„Um das Land Badral.“ Professor Shekri räusperte sich. „Sagt Ihnen der Name Nassir ad-Dawur etwas?“
„Äh ... nein.“
„Also ja.“
„Nein. Ich habe den Namen das erste Mal vor drei Tagen gelesen.“
„Wo?“
„Auf einer Kreditkarte.“
„Das ist erstaunlich. Nassir ad-Dawur müsste mindestens seit achtzig Jahren tot sein.“
„Ein Urenkel vielleicht?“
„Nein. Ad-Dawur hatte keine Nachkommen. Wo hast du die Kreditkarte her?“
„Ich habe sie gar nicht. Jemand hat im Laden meines Onkels damit bezahlt.“ Der Professor hüstelte. „Aha, aha. Und womit handelt Ihr Onkel, wenn ich fragen darf?“
Ich stutzte. Eigentlich hatte ich keine Ahnung von der Art der Geschäfte meines Onkels. Das erste Mal begriff ich, warum mich mein Vater als ignorant bis komplett wahrnehmungsgestört bezeichnete.