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Wo liegt Badral? 27 Ein neuer Name

18.08.2009 ·  Fred trifft einen Menschen, der behauptet, Nassir-ad-Dawur getroffen zu haben. Doch er habe mittlerweile einen anderen Namen angenommen: Jussuf Qureishi.

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„Weißt du, ob er Badral gefunden hat?“, fragte ich den Alten.
„Ich glaube nicht, denn ich habe ihn erst vor kurzem getroffen.“ Ich horchte auf. Der erste Nassir ad-Dawur, der nicht einfach in einem Loch verschwunden war!
„Wo?“, fragte ich.
„In Ramallah.“
„Wo liegt denn das wieder?“
„Du kennst Ramallah nicht?“, fuhr der Alte auf. „Ramallah in Palästina?“
Schon gut, schon gut, dachte ich. Damit war die Sache ohnehin gelaufen. Nach Israel konnte ich mit meinem Pass nicht.

Der Alte fuhr fort: „Ich traf ihn im Al-Husseini-Stadion beim Fußballspiel der palästinensischen Nationalmannschaft. In der Halbzeitpause sah ich einen großen blonden Mann. Die Zeit hatte ihre Spuren an ihm hinterlassen, aber ich wusste sofort, dass es Timo war, denn so sah nur Timo aus. Auch Timo erkannte mich sofort. Wir freuten uns, uns wiederzusehen, und sprachen eine Weile am Falafelstand miteinander. Timo hieß jetzt Jussuf Qureishi und war zum Islam übergetreten. Er trug einen üppigen Bart, der im Gegensatz zu seinen Haaren bereits grau war. Als ich ihn auf Nassir ad-Dawur und Badral ansprach, sah er mich lange an und sagte dann leise: ,Du hast mir damals das Leben gerettet. Aber vergiss die alten Geschichten. Damals war ich verrückt.'
,Und jetzt?'
,Jetzt habe ich zu Allah gefunden. Der Weg war hart und steinig. Wenn du so willst, ist mein Badral da drin.' Er legte seine Hand auf sein Herz.“
Ich nickte. Timo war so verrückt wie eh und je. Aber das war ja normal, und es machte mich froh, ihn glücklich zu sehen.
„Wohnst du hier in Ramallah?“, fragte ich neugierig.
„Ach nein, ich lebe in Sidon. Ich habe hier bloß Verwandte besucht“, sagte Timo. Dann war die Halbzeitpause zu Ende.

„Sidon“, murmelte ich, „der Name kommt mir irgendwie bekannt vor.“ Der Alte sah mich an, als sei ich nicht ganz dicht. „Wir sind hier in Sidon.“

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