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Kostümdesignerin : Nadel, Faden und Herzblut

  • -Aktualisiert am

Kultroben für tanzende Promis: Eine aus Polen stammende Bonner Designerin über ihre Aufträge für die Fernsehshow Let´s Dance.

          Bloß T-Shirts und Jeans zu schneidern – das hätte mich gelangweilt“, sagt Katia Convents. Die 56-Jährige besitzt ein Atelier in Bonn und entwirft Tanz-, Braut- und Abendmode sowie Haute Couture. Was damals im polnischen Olsztyn, ehemals Allenstein, klein anfing, ist mittlerweile hochangesehen: „Wir haben viele Stammkunden. Teilweise reisen sie aus ganz Europa an.“ Seit der ersten Staffel der TV-Sendung „Let’s Dance“ designt Convents die Kleider der prominenten Tänzer. In einem Nebenraum des Ateliers wird gerade fleißig an einem Outfit für Sängerin Maite Kelly gearbeitet. Auch private Kunden sind von den exklusiven Handanfertigungen begeistert. Der Designerin ist es wichtig, „dass die Kunden sich in ihren Kleidern wohl fühlen und glücklich sind“.

          Und dabei noch gut aussehen

          Mit 15 Jahren begann Katia Convents ihre Tanzsportkarriere und war mit ihrem Partner in den Disziplinen Standard, Latein und Zehn Tänze erfolgreich. Zusammen feierten sie Erfolge bei Europa- und Weltmeisterschaften. „Bereits als kleines Mädchen habe ich immer getanzt und war kreativ. Ich habe viel gehäkelt, gestrickt und gestickt. Schon damals mochte ich das Außergewöhnliche.“ Das spiegelt sich in ihrem Atelier wider, in den Regalen leuchten Muster und Farben, Puppen sind mit aufwendigen Kleidern eingekleidet. „Das Tanzen ist anders als viele andere Sportarten. Es geht nicht darum, eine bestimmte Anzahl von Übungen zu machen oder möglichst schnell zu sein. Es geht darum, der Musik und den Bewegungen, die man als Tänzer macht, Ausdruck zu verleihen und dabei auch noch gut auszusehen.“

          Sie pendelte zwischen Gütersloh und Bonn

          Schon früh hat Convents ihre Tanzkleider selbst genäht, was sich damals in ihrer Heimat nicht so einfach gestaltete: „Ich musste aus dem Nichts ein Kleid schaffen. Es gab nicht viele Stoffe oder Pailletten.“ Auf den Turnieren bekam sie immer viel Anerkennung für ihre Kleider und bald erste Aufträge. „Da ich als aktive Tänzerin nicht so viel Zeit hatte, benötigte ich schließlich Hilfe, um die Kleider anzufertigen“, sagt die studierte Lebensmitteltechnikerin. Eine Ausbildung im Bereich Mode hat sie nie gemacht. Nach ihrem Diplom zog sie nach Deutschland. „Alle guten Trainer und Tänzer kamen aus Westeuropa. Mein damaliger Tanzpartner wollte in Polen bleiben, aber ich wollte mich weiterentwickeln.“ So eröffnete sie 1983 ein Atelier in Gütersloh und 1997 eins in Bonn. Warum wählte sie diese Standorte? „Private Gründe.“ Bis 2002 pendelte sie zwischen den Ateliers, schneiderte dann nur noch in Bonn, um die Entwicklung aller Outfits persönlich begleiten zu können. „Das Pendeln hat sehr viel Zeit in Anspruch genommen, und ich wusste nie genau, was die Näherinnen in dem anderen Atelier entwickelten.“

          Mit zwei verschiedenen Schuhen

          Die Zahl der Mitarbeiter schwankt. Wenn eine Staffel von Let’s Dance im vollen Gange ist, „arbeitet das Team gefühlt Tag und Nacht an den Kleidern“, die innerhalb einer Woche für die nächste Sendung fertig sein müssen. „Es macht mir so viel Spaß – da merkt man gar nicht, dass man arbeitet“, sagt Convents, die nebenbei auch als Trainerin für einige Tanzpaare arbeitet. Trotzdem hinterlässt der Zeitdruck Spuren: „Bei einem Quick Change ist es uns einmal passiert, dass wir einer Tänzerin Schuhe gegeben haben, die zwei Nummern zu klein waren. Ein anderes Mal musste eine Tänzerin mit zwei verschiedenen Schuhen tanzen. Wenn unter so vielen Menschen so viel Hektik besteht, läuft nicht immer alles glatt“, berichtet sie lachend. „Aber im Atelier haben wir immer viel Spaß. Das ist wichtig, damit die Mitarbeiter nicht sagen: Oh nein, da ist schon wieder meine Chefin.“ Die Designerin hat zwei Kinder. Tochter und Sohn sind erwachsen. Pläne für die Zukunft hat Katia Convents auch. Ihr Traum ist es, eine eigene Kollektion zu entwerfen – natürlich mit ihrer ganz eigenen Handschrift: in Handarbeit gefertigt, exklusiv und außergewöhnlich.

          Quelle: F.A.Z.

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