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Veröffentlicht: 07.11.2008, 13:10 Uhr

Wasserpfeife rauchen Kratzgefühle in der Lunge

Wasserpfeiferauchen ist alles andere als gesund, aber beliebt. Denn es sorgt für gute Stimmung und macht Spaß, sagen die Jugendlichen, die sich fürs Shisharauchen erwärmen.

von Sina Hammer, Diltheyschule, Wiesbaden
© Andrea Koopmann

Plötzlich steigt dem Spaziergänger im Wiesbadener Kurpark ein süßlich-fruchtiger Duft in die Nase. Er erblickt eine dicke Rauchwolke, worunter eine metallene Stange, eine Glasflasche und eine Gruppe Jugendlicher zu erkennen sind. Diese Jugend hat auch nichts anderes als Rumlungern und Drogen im Kopf. So mögen viele Erwachsene denken, die solch eine „Versammlung“ sehen. Anstatt genauer hinzusehen, gehen die meisten einfach weiter und denken sich ihr Teil. Ein Mann läuft mit seinem Hund an einem Spielplatz vorbei. Auch ihm steigt der Duft in die Nase, kurz darauf sieht er ein paar Jugendliche, inmitten deren sich die Quelle des Duftes zu befinden scheint. Das merkwürdig anmutende Objekt in der Mitte erweist sich als eine Wasserpfeife, in Deutschland auch Shisha genannt. In anderen Ländern wird sie auch als Boory, Narghile, Arghile, Hookha, Goza oder Hubble-Bubble bezeichnet.

Mitarbeiter im Blubberhaus-Shop

„Das genaue Herkunftsland der Shishas ist Indien“, sagt Torben Korb, ein Mitarbeiter des Shisha-Online-Shops blubberhaus.de aus Wiesbaden-Igstadt. „Es kursiert das Gerücht, dass die erste Shisha aus einer Kokosnuss entstand, weshalb sie bei den Arabern auch Narghile nach arabisch „narghile“, Kokosnuss, heißt. Nach Deutschland kamen die Wasserpfeifen Ende der neunziger Jahre, meist aus der Türkei und Ägypten, durch Touristen, die sich ein Stück Urlaub mitbringen wollten. Diese neue Art des Rauchens weckt Neugier bei Jugendlichen, und sie lassen sich darauf genauso ein wie auf Alkopops oder Zigaretten. Doch auch Erwachsene sind Raucher von Wasserpfeifen geworden.“

Bei geringer Hitze verschwelt

Im Gegensatz zum Zigarettenrauchen wird der Tabak nicht verbrannt, sondern bei geringerer Hitze verschwelt. Dabei wird wie bei der Zigarette auch Nikotin, Teer und Kohlenmonoxid eingeatmet. Kohlenmonoxid und Teer entstehen dabei hauptsächlich durch die Verbrennung der Kohle, welche auf dem Kopf der Wasserpfeife liegt. In diesem ist der Wasserpfeifentabak enthalten. Damit die Kohle den Tabak nicht zu sehr verbrennt und ein damit verbundenes Kratzgefühl in der Lunge auftritt, wird in Deutschland meistens eine durchlöcherte Alufolie zwischen Tabak und Kohle angebracht.

Je feuchter, desto besser

Tests des Bundesinstitutes für Risikobewertung belegen, dass das Rauchen von Wasserpfeifen kaum weniger schädlich ist als das von Zigaretten. Ebenso wurden beim Rauchen einer Wasserpfeife krebserregende Substanzen wie Chrom, Nickel und Arsen nachgewiesen. Da es beim Rauchen einer Wasserpfeife auch auf die Feuchtigkeit des Tabaks ankommt, scheuen sich viele Konsumenten nicht, feuchteren Tabak illegal einzuführen. Zwar wird für den deutschen Markt im Ausland speziell Tabak mit den von der deutschen Tabakverordnung vorgeschriebenen 5 Prozent Feuchtigkeitsgehalt hergestellt, doch unter Kennern gilt: Je mehr Feuchtigkeit, desto besser der Tabak. Wie bei vielen anderen konsumbezogenen Trends sind sich die Verbraucher nicht immer im Klaren über mögliche Folgen oder verdrängen diese einfach. Für Jugendliche hört sich Shi-sha nach einer interessanten Neuentdeckung an, die gerne ausprobiert wird.

„Man kommt ins Gespräch“

Auf die Frage, warum Shisharauchen so beliebt ist, antwortet Christina Roth, eine 18-jährige, lebensfrohe Gymnasiastin aus Wiesbaden: „Shisharauchen ist toll. Es schmeckt gut, es riecht vor allen Dingen gut, es wird so gut wie immer in Gesellschaft geraucht, es lockert die Stimmung auf, man kommt ins Gespräch. Und es gibt vor allen Dingen viele verschiedene Geschmäcker. Shisharauchen verbindet.“ Die gleichaltrige Cathrina Gläsener sagt: „Ob es nun schädlich ist oder nicht, das macht den meisten nichts aus. Die angebrannte Bratwurst bleibt doch auch nicht auf dem Grill liegen, oder? Shisharauchen macht Spaß, und darauf kommt es an.“

Quelle: F.A.Z.

 

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