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Julian Dawson : Musikerkarriere auch ohne den großen Durchbruch

  • -Aktualisiert am

Jahrelang hat Julian Dawson BAP begleitet, jetzt gibt er Solokonzerte Bild: AP

Er hat 19 CDs eingespielt, teils mit Musikern, die er als Teenager selber auf Schallplatten gehört hat. Er hat ein Haus, ein Auto, drei Kinder und verdient sein Geld als Gitarrist: der Musiker Julian Dawson.

          Für dich immer.“ Horst Krups steht vor einer kleinen Bühne aus vier zusammengeschobenen Podesten, denen man den häufigen Gebrauch ansieht, darauf stehen Julian Dawson und sein diesjähriger Tourpartner Uli Kringler, die ihre Gitarren auspacken. Dawson hat soeben angekündigt, dringend nach Amerika telefonieren zu müssen, er habe dort eine Platte produziert. „Für dich tun wir alles“ – Horst regelt das. Der gemütlich wirkende Mann, der mit seinen schwarzen Haaren, der Weste und der großen Brille aussieht wie Rainer Werner Fassbinder, ist Vorsitzender von „bluenote“, einem gemeinnützigen Verein zur Förderung der Musikkultur in Wolfenbüttel und der Veranstalter des Konzerts.

          Die Zusammenarbeit mit Dawson ist fast schon eine Freundschaft geworden, so wie mit vielen anderen „pflegeleichten“ professionellen Musikern ohne Allüren, denen es nicht ums Geld geht. „Hobbymusiker verlangen in der Regel eine höhere Gage als Profis – auch das ist ein Grund, weshalb wir lieber mit Profis arbeiten“, sagt Krups. Dawsons Verbindung zu Deutschland bestand jedoch schon lange vor seinem Kontakt mit „bluenote“.

          Der Sänger, Gitarrist, Songschreiber und Mundharmonikaspieler wuchs mit sechs Brüdern im englischen Somerset auf, wo er auch heute wieder lebt. Seine Karriere begann im Alter von 14 mit dem Kauf einer halb kaputten spanischen Gitarre, die der Vorbesitzer auf den Boden geschmettert hatte. Vorteil: Julian bekam sie für nur zwei Pfund. „Ich hatte schon immer gerne gesungen und war es leid, immer jemanden dabei haben zu müssen, der Gitarre spielen konnte.“ Als er mit sechzehn wegen seines „generellen Verhaltens“ aus dem prestigeträchtigen katholischen Ampleforth College geworfen wird, besucht er zunächst die Kunstschule in Exeter und gründet mit seinem bis heute besten Freund die erste Band. „Als es mit meinem ’Bafög’ kriselte, bin ich auch da ausgestiegen und suchte Jobs, natürlich möglichst als Sänger, aber auch als Nacktmodell und Bauarbeiter.“

          Ohne Sprache und Freunde in Bad Nauheim

          Als schließlich eine Band aus Deutschland noch einen Sänger brauchte, entschloss sich Dawson kurzerhand, sich ihr anzuschließen. „Es war furchtbar, und nach etwa zwei Monaten befand ich mich ohne Sprache und Freunde in Bad Nauheim“, sagt er in seinem heute nahezu perfekten Deutsch. Doch Dawson macht sich mit der Zeit einen Namen in der Folk-Szene. Als das Geld reicht, kehrt er nach London zurück und gründet erneut eine Band. Ihr späterer Agent aus Hagen macht sie unter anderen mit Extrabreit und Nena bekannt, für die Dawson später ein paar Songs übersetzte wie „Nur geträumt – just a dream“: „Ich sollte keine Wörter mit ,th‘ verwenden, weil sie es nicht gut aussprechen konnte“, erinnert er sich.

          Seit dreißig Jahren steht Dawson auf der Bühne, den großen Durchbruch gab es nie. Er sieht das nicht nur aufgrund seiner treuen Fangemeinde mehr als gelassen: „Alle reden vom Durchbruch. Ich habe 19 CDs eingespielt, teilweise mit Musikern, die ich als Teenager selber auf Platte gehört habe, ich habe ein Haus, ein Auto und drei Kinder großziehen können – alles nur von Musik. Es stimmt, dass meine Plattenverkäufe nicht die eines Elton John waren, aber ich konnte immer gut leben und bin noch einigermaßen gesund im Kopf und Körper.“

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