Papst Johannes Paul II. hat sich am Mittwoch erstmals nach seiner Rückkehr in den Vatikan am Fenster gezeigt. Dabei segnete er die Gläubigen auf dem Petersplatz am Vormittag mit der Hand.
Die wöchentliche Generalaudienz, die traditionell jeden Mittwoch stattfindet, hatte er zuvor jedoch absagen lassen. Der Gesundheitszustand des 84 Jahre alten Kirchenoberhauptes müsse sich erst noch weiter stabilisieren, hieß es aus Vatikankreisen.
Begeisterter Applaus
Beim überraschenden Erscheinen des Papstes am Fenster brandete unter den zahlreichen Gläubigen begeisterter Applaus auf.
Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche erschien für etwa eine Minute am Fenster seiner Residenz im Vatikan. Der Papst sagte jedoch nichts. Wie schon bei seinen jüngsten öffentlichen Auftritten saß er in einem Armlehnenstuhl.
Weiterhin Therapie
Normalerweise hält der Papst immer mittwochs seine Generalaudienz. Seit seiner Entlassung aus dem Krankenhaus am vergangenen Sonntag unterzieht er sich aber noch immer einer Atem- und Sprechtherapie und muß deshalb seine Stimme schonen. Außerdem hat er nach wie vor einen Tubus im Hals.
Johannes Paul II. war am Sonntag abend nach 18 Tagen auf eigenes Drängen aus der römischen Gemelli-Klinik entlassen worden. Er war dort am 24. Februar an der Luftröhre operiert worden.
Papst betraut Kardinäle für Osterzeremonien
Um sich ganz auf seine Genesung konzentrieren zu können, hat Johannes Paul auch erstmals in seiner 26 Jahre alten Amtszeit etliche Kardinäle mit den bevorstehenden Osterzeremonien betraut.
Der Vatikan hofft dennoch, daß sich der Papst in der Osterwoche gesund genug fühlt, um den Segen „Urbi et Orbi“ (Der Stadt und dem Erdkreis) zu erteilen.